Zwei Jahre vor der WM-Endrunde im eigenen Land ist Brasiliens zwielichtiger Fußball-Boss Ricardo Teixeira zumindest vorübergehend auf Tauchstation gegangen.
Aus angeblich gesundheitlichen Gründen lässt der 64-Jährige, der in Personalunion auch Chef des WM-Organisationskomitees ist, seine Ämter beim Verband CBF und im WM-OK vorerst ruhen.
Nach Angaben von Sao Paulos Regionalverbands-Chef Marco Polo Del Nero übernimmt bis auf Weiteres CBF-Vizepräsident Jose Maria Marin die Aufgaben Teixeiras und soll dabei auch die WM-Vorbereitungen im Land des Rekordweltmeisters vorantreiben.
"Wenn man krank ist, muss man sich um seine Gesundheit kümmern. Ricardo Teixeira bat deswegen darum, entlastet zu werden", sagte Del Nero im Nachrichtenportal des brasilianischen TV-Senders Globo. Laut den CBF-Statuten darf der Präsident im Fall von gesundheitlichen Problemen sein Amt 60 Tage ruhen lassen.
Von dieser Regelung hatte Teixeira zu Jahresbeginn schon einmal Gebrauch gemacht, als die Vorwürfe gegen seine Person wegen Korruption im Zuge der ISL-Pleite erneut lauter geworden waren.
Teixeiras zumindest vorläufiger Rückzug erfolgte nun allerdings trotz der anhaltenden Korruptionsverdächtigungen umso überraschender, nachdem der 64-Jährige erst in der vergangenen Woche auf einer außerordentlichen CBF-Generalversammlung nach 23 Jahren in seinem Amt einstimmig bestätigt und wider Erwarten nicht wegen seiner mutmaßlichen Machenschaften angegriffen worden war.
Die ursprüngliche Amtszeit des früheren Schwiegersohnes des ehemaligen Weltverbands-Bosses Joao Havelange lief bis 2015. Einen Zeitpunkt oder eine Frist für Teixeiras offenbar angestrebte Rückkehr an die CBF-Spitze nannte Del Nero nicht.


