Brasiliens Galionsfigur Mario Zagallo hat den Trainerwechsel beim WM-Gastgeber von Mano Menezes hin zu Luiz Felipe Scolari kritisiert.

"Es war für mich nicht der richtige Zeitpunkt", sagte der 81-Jährige am Dienstag vor Medienvertretern im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro.

Vor Wochenfrist hatte sich der brasilianische Verband vom erfolglosen Menezes getrennt und dafür Scolari, Weltmeistertrainer von 2002, als Chefcoach und als Sportdirektor Carlos Alberto Parreira installiert.

"Der Verband hat die Entscheidung getroffen und muss dafür auch die Verantwortung tragen", sagte Zagallo, der an vier der fünf brasilianischen WM-Triumphe als Spieler (1958 und 1962), Trainer (1970) und Technischer Koordinator (1994) beteiligt war.

Der erfahrene Fußballlehrer, der im Land des Rekord-Weltmeisters Kultstatus besitzt, hofft, dass sein Heimatland trotzdem 2014 "zum sechsten Mal die WM-Krone holt".

Jungstar Neymar habe allerdings einen schweren Stand, so Zagallo: "Er hat niemanden, zu dem er aufschauen kann. Er ist noch ein Junge. Pele hatte 1958 Spieler wie Garrincha, Vava oder Zagallo, zu denen er aufblicken konnte. Dies fehlt Neymar heute."

Zagallo traut Scolari aber zu, das Steuer herumzureißen. "Ich fürchte mich nicht. Es sind noch 18 Monate bis zur Weltmeisterschaft. Bei der WM 1970 hatte ich als Trainer viel weniger Zeit, und wir sind Weltmeister in Mexiko geworden", äußerte "Velho Lobo", der alte Wolf.