Brasiliens Idol Romario hat zum nächsten Schlag gegen den Verbandspräsidenten Jose Maria Marin ausgeholt.

Am Montagnachmittag übergab der heutige Bundesparlaments-Abgeordnete am Sitz des CBF in Rio de Janeiro eine Petition, in der sich über 54.000 Menschen für den Rücktritt des obersten Fußball-Bosses Brasiliens aussprachen.

Die Unterschriften waren bei der Aktion "Fora, Marin!" (Raus, Marin!) im Internet zusammengetragen worden. Der Weltmeister von 1994 erschien in Begleitung von Ivo Herzog, dessen Vater Vladmir 1975 während der Militärdiktatur vom Geheimdienst zu Tode gefoltert worden war.

Herzog wirft Marin vor, als damaliger Landtagsabgeordneter Verhaftung und Folterung von Regimegegner, unter anderem die seines Vaters, befürwortet zu haben.

"Das Leben von Jose Maria Marin ist verbunden mit denjenigen, die die Diktatur in Brasilien gestützt haben. Wir können nicht zulassen, dass Marin den Ruhm erlebt, dem größten Weltevent in unserer Geschichte vorzustehen", heißt es in dem Gesuch.

Das Schreiben wurde gleichzeitig den 20 Erstliga-Klubs sowie den 27 Landesverbänden überreicht, die im kommenden Jahr wahrscheinlich noch vor der WM-Endrunde den neuen CBF-Präsidenten wählen.

Im vergangenen Jahr hatte Romario bereits eine parlamentarische Untersuchungskommission wegen dubioser Finanzmachenschaften im Verband beantragt. Der Antrag wurde jedoch noch nicht bearbeitet.

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