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Im legendären Maracana spielen am Sonntag Argentinien und Deutschland den WM-Titel aus
Das Maracana-Stadion in Rio de Janeiro musste aufwendig umgebaut werden © getty

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt Brasilien für die bevorstehende WM ein Verlustgeschäft voraus.

Die Berliner Wissenschaftler mahnen in einem Beitrag für die Zeitung der "Der Tagesspiegel" (Dienstagausgabe) außerdem für die Vergabe künftiger Sportgroßereignisse eine "grundlegende Reform dieses immer weniger tragfähigen Systems" an.

"Die Durchführung eines relativ teuren Sportspektakels wie der Fußball-WM ist für ein Schwellenland angesichts erheblicher infrastruktureller Rückstände ein volkswirtschaftlicher Luxus", schrieben DIW-Vorstandsmitglied Gert G. Wagner und DIW-Konjunkturexperte Karl Brenke.

"Denn sportliche Mega-Events bringen trotz gegenteiliger Beteuerungen von Sportfunktionären und Politikern den Ausrichterländern von Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften keine positiven wirtschaftlichen Impulse." Im Falle Brasiliens seien die Fehlinvestitionen besonders ärgerlich, weil das Land eine niedrige Investitionsquote habe.

Die Unruhen und Proteste in Brasilien gegen die Milliarden-Ausgaben für das WM-Spektakel statt in Gesundheit, Bildung und Sozialprojekte zu investieren, sind für das DIW-Duo keine Überraschung. Ohne einschneidende Veränderungen bei der Vergabe bestehe die Gefahr, dass "Sportgroßereignisse künftig nur noch in autoritären Staaten durchgeführt werden können".

Internationale Spitzenverbände wie der Fußball-Weltverband FIFA oder das Internationale Olympische Komitee (IOC) müssten sich in Zukunft finanziell stärker beteiligen.

"So könnten die Welt-Verbände zum Beispiel Stadien auf eigene Kosten bauen und gegebenenfalls zurückbauen. Noch besser wäre es, von vornherein weniger zu bauen."

Dadurch ließen sich eine Unterauslastung der Infrastruktur und große Investitionsruinen in einzelnen Regionen verhindern.

Hier gibt es alles zur WM 2014

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