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Kamerun trifft in der WM-Vorrunde auf Mexiko, Kroatien und Brasilien © getty

Nationaltrainer Volker Finke hat den Prämienstreit um Kameruns Nationalteam für beendet erklärt.

"Unsere Fans können sich freuen. Natürlich tritt Kamerun bei der WM an", sagte Finke zu SPORT1.

Der Coach sollte Recht behalten: Nach weiteren Verhandlungen brach die Mannschaft am Sonntagnachmittag mit Verspätung von Jaunde in Richtung Brasilien auf.

Am Vormittag hatte sich seine Mannschaft nach Berichten der französischen "L'Equipe" offenbar noch geweigert, das Flugzeug zu besteigen und angekündigt, zur Not noch einige Tage in Kameruns Hauptstadt Yaounde bleiben zu wollen.

"Es ist so, dass eine Einigung hergestellt ist und da braucht man jetzt auch keine große Sensation aus der ganzen Geschichte zu machen", beschwichtigte Finke bei SPORT1: "Das ist wirklich nicht so groß, wie es in den letzten Tagen gemacht wurde."

Seit Wochen hatte rund um die kamerunische Nationalmannschaft ein Prämienstreit geschwelt.

Nach einem Trainingsstreik stand zwischenzeitlich sogar eine Absage des Testspiels gegen Deutschland am vergangenen Sonntag im Raum.

Nach Berichten kamerunischer Medien soll die Mannschaft für die erfolgreiche WM-Qualifikation eine Prämie von 182.000 Euro pro Spieler gefordert haben, zunächst aber nur 68.000 Euro angeboten bekommen haben.

Der Streit erinnerte an die Situation vor der WM 2002 in Japan und Südkorea, als die damals von Winfried Schäfer trainierten Kameruner wegen ausstehender Zahlungen ebenfalls in einen Streik getreten waren.

Erst mit einiger Verspätung reiste das damals als Geheimfavorit gehandelte Team nach Asien an, scheiterte aber bereits in der Vorrunde an Deutschland und Irland.

Finke nahm die Angelegenheit bei SPORT1 mit Humor. "Manchmal ist das in Afrika nunmal so üblich, dass so eine Einigung länger dauert", sagte der ehemalige Trainer des SC Freiburg.

"Aber die Einigung ist seit heute morgen da und wir werden heute noch nach Brasilien fliegen."

Nach dem 1:0-Sieg im letzten Testspiel gegen Moldawien am Samstagabend hatten die Spieler noch die traditionelle Übergabe der Landesflagge durch den Premierminister boykottiert.

Anstelle der Mannschaft nahm der von Finke angeführte Trainerstab die Fahne entgegen.

Inzwischen sind die Differenzen nach Aussage von Finke aber ausgeräumt: "Alles halb so wild, wir freuen uns auf das Turnier."

Erster WM-Gegner Kameruns in der Gruppenphase ist am Freitag Mexiko.

Mit Eric Maxim Choupo-Moting (Mainz 05) und Joel Matip (Schalke 04) stehen auch zwei Bundesliga-Profis im Kader der "unzähmbaren Löwen".

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