vergrößernverkleinern
Demonstranten und Polizei geraten immer häufiger aneinander © getty

Drei Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) ist es in der 20-Millionen-Metropole Sao Paulo erneut zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen.

Einsatzkräfte der Polizei gingen mit Blendgranaten und Tränengas gegen etwa 150 Protestler vor.

13 Personen wurden von der Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen; ihnen wird vorgeworfen, eine Tür beschädigt und die Arbeit am U-Bahnhof behindert zu haben.

Inzwischen wurden 60 Streikende rechtsgültig entlassen. Als Gründe wurden Vandalismus und Behinderung des Personennahverkehrs angegeben. Gewerkschaftsfüher Altino Melo sagte AFP: "Das ist inakzeptabel. Das wird das Problem nur noch verschärfen."

Am Donnerstag findet im Corinthians-Stadion von Sao Paulo das WM-Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Brasilien und Kroatien statt.

Die Demonstranten skandierten lautstark "Nein zu Repressalien", bevor die Ordnungskräfte gegen sie vorgingen.

Aufgrund des unbefristeten Streiks droht Sao Paulo ein Verkehrschaos, normalerweise nutzen 4,5 Millionen Menschen täglich die Untergrundbahn. Bereits in der vergangenen Woche hatte es einen Polizeieinsatz gegen Streikposten gegeben, dabei waren Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt worden.

Am frühen Montagmorgen wurde der seit fünf Tagen anhaltende Ausstand der U-Bahn-Bediensteten fortgesetzt, Streikposten hatten den Verkehr auf einer Hauptstraße von Sao Paulo mit brennenden Mülltonnen blockiert.

Die U-Bahn-Beschäftigten wollen mit ihrer seit Donnerstag andauernden Streikaktion höhere Löhne durchsetzen.

Die Gewerkschaften haben ihre Forderungen auf eine Lohnerhöhung von 16, 5 auf 12,2 Prozent reduziert.

Aber das Angebot der lokalen Regierung beläuft sich lediglich auf 8,7 Prozent.

Am Sonntag hatte ein Arbeitsgericht den Ausstand für illegal erklärt, die Streikenden beschlossen aber dennoch eine Fortsetzung.

Nur drei der fünf U-Bahn-Linien konnten ihren Betrieb am Pfingstmontag aufrechterhalten.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel