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Oliver Bierhoff will den Nachbarn des DFB-Quartiers reden © getty

Oliver Bierhoff ist nach Protesten im Zusammenhang mit dem WM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft um einen Dialog mit den Nachbarn des Campo Bahia in Santo Andre bemüht und will die entstandenen Probleme so schnell wie möglich ausräumen.

"Da scheint etwas nicht optimal gelaufen zu sein. Wir haben unseren Sicherheitschef Hendrik Große-Lefert aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die nötigen Ausweise ausgestellt werden. Wir wollen nicht, dass die Menschen hier vor Ort beeinträchtigt sind", sagte der DFB-Teammanager am Mittwoch.

Am Vorabend hatte es eine kleine Bürgerversammlung in dem 900-Einwohner-Dorf mit rund 100 Teilnehmern gegeben, auf der sich einige Einheimische offenbar lautstark über die massive Polizei-Präsenz beschwert haben.

Die Anwohner müssen angeblich nach der Arbeit auf den diversen Straßen auf der Landzunge stundenlange Kontrollen über sich ergehen lassen, bis sie zu ihren Häusern dürfen. Besucher können sie angeblich auch nicht empfangen.

Selbst der Versammlungsort, eine kleine Kneipe, war von der Militärpolizei abgeriegelt worden.

Zum Schutz der deutschen Mannschaft wurde eine Sondereinheit in der Nähe des deutschen Camps stationiert, um die Sicherheit von Philipp Lahm und Co. zu gewährleisten. "Wir wollten täglich zu unserem Trainingsgelände radeln. Das ist leider nicht möglich, weil uns die Polizei nicht lässt", berichtete Bierhoff.

Der frühere DFB-Kapitän hofft, dass sich in den kommenden Tagen die Situation entspannt.

DFB-Sicherheitschef Große-Lefert soll deshalb vor allem noch einmal zwischen den Vertretern der Bevölkerung von Santo Andre, der regionalen und überregionalen Polizeieinheit sowie einem Spezialkommando vermitteln.

Drei Tage nach der Ankunft der deutschen Mannschaft in Santo Andre ist die Stimmung aber offensichtlich gereizt, auch wenn Pfingstmontag beim öffentlichen Training 500 einheimische Besucher ein anderes Bild vermittelt hatten.

Vor allem das barsche und rücksichtslose Auftreten der Sicherheitskräfte empört die Nachbarn des Campo Bahia. Unter Blaulicht rasen die Einsatzfahrzeuge mit den schwer bewaffneten Polizisten und Militärs über die schmalen und tückischen Wege.

Nach Ansicht der Anwohner geschieht dies nur, um so schnell wie möglich die Fähre zu erreichen, die wieder aufs Festland Richtung Porto Seguro führt.

DFB-Pressesprecher Jens Grittner hatte auf Nachfrage erklärt, dass die Verantwortung für die Sicherheitsvorkehrungen dem Weltverband FIFA und der brasilianischen Regierung obliege.

Tatsache ist aber auch, dass auch deutsche Security den DFB-Hochsicherheitstrakt bewacht, der von örtlichen Medien schon als "Berliner Mauer" bezeichnet wurde.

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