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Hans-Dieter Hermann ist © getty

DFB-Teampsychologe Hans-Dieter Hermann hat dem Klischee widersprochen, dass die deutschen Fußball-Nationalspieler bei ihm auf der Couch liegen würden.

"Wir nutzen die Sportpsychologie zur Steigerung und Optimierung - und nicht dafür, weil einer Probleme hat und mit schwierigen Dingen nicht fertig wird. Es geht darum, wie ein Spieler mit seiner Energie umgeht und dass auch der Kopf mitkickt", sagte der 54-Jährige am Mittwoch im Trainingsquartier der DFB-Auswahl in Santo Andre.

Man dürfe sich das nicht "so klinisch vorstellen. Ich habe ein Zimmer, und jede halbe Stunde kommt ein anderer zu mir", führte Hermann weiter aus. Gespräche würden etwa am Buffet oder beim Joggen stattfinden.

Als wichtiges Thema sieht der Psychologie-Professor fünf Tage vor dem WM-Auftakt in Salvador gegen Portugal vor allem die frühe Anstoßzeit um 13 Uhr Ortszeit.

Dabei spiele der Kopf "eine große Rolle. Die Spieler sind andere Zeiten gewohnt, an denen ihre Leistungsabgabe erfolgt. Sie müssen sich nun darauf einstellen, dass um 13.00 Uhr die Zeit ist, wann sie ihre Leistung abrufen müssen", sagte Hermann.

Die Hitze sieht er dagegen weniger als Problem, schon eher die hohe Luftfeuchtigkeit. Doch darüber mache man sich "keine Gedanken. Die Spieler sind alle gesund, sie sind in der Lage unter extremen Bedingungen Leistung zu bringen."

Wichtig sei es da für den Psychologen schon eher, dass die DFB-Stars "den Rhythmus Brasiliens aufnehmen, dass sie spüren, was los ist". Man müsse, so Hermann, eine Mischung aus den typisch deutschen Tugenden wie Ordnung und Disziplin und "der Energie des Landes" finden.

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