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Sportsonderberater Willi Lemke (67) von den Vereinten Nationen (UN) hat die Macher der Fußball-WM in Brasilien für die Missachtung des Nachhaltigkeitsgedankens kritisiert.

"Da haben die Demonstranten in Brasilien völlig recht. Wenn ein neu gebautes Stadion anschließend leer steht, dann ist es Schwachsinn, dafür so viel Geld zu investieren. Dann hätte man das Geld lieber in neue Schulen oder Krankenhäuser stecken sollen", sagte Lemke am Tag der WM-Eröffnung nach seiner Ankunft am Zuckerhut im Interview mit dem Rundfunksender rbb inforadio.

Nach Ansicht des Aufsichtsrats-Vorsitzenden von Bundesligist Werder Bremen seien für die WM in Brasilien "zu viele Stadien" gebaut worden: "Das wäre auch mit weniger gegangen."

Angesichts der sozialen Probleme im WM-Gastgeberland hält Lemke eine Fortsetzung der Proteste gegen die Milliardenausgaben für die WM auch nach Turnierbeginn für möglich.

"Wird der Fußball die Herzen der Leute überwältigen und den Kopf mal ein paar Wochen ausschalten lassen? Oder gibt es so viel Frust - egal ob nun Hunderttausende Gäste im Land sind -, dass die Menschen trotzdem weiter demonstrieren und die Kreuzungen blockieren? Dann wird es ganz schwer mit dem Verkehr in Brasilien."

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