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Der neue Sportchef von 1860 München Gerhard Poschner spielte drei Jahre in Spanien © imago

Gerhard Poschner hält nach dem verpatzten WM-Start Spaniens sogar ein Vorrunden-Aus des Titelverteidigers für möglich.

"Es war auch vorher schon im Bereich des Möglichen, dass man die Gruppenphase nicht übersteht?, sagte der Spanien-Experte im Gespräch mit SPORT1 und fügte mit Blick auf das 1:5-Debakel der Seleccion gegen die Niederlande hinzu:

"Das war schon heftig in der Höhe zu verlieren. Dass man mal gegen die Niederlande verlieren kann, ist schon möglich, denn die sind gut. Aber in der Höhe muss man das erst mal wegstecken."

Von 1999 bis 2001 spielte Poschner für den spanischen Erstligisten Rayo Vallecano und in der Saison 2002/2003 für Polideportivo Ejido.

Der 45-Jährige, der 2009 bis 2010 zudem Generaldirektor beim spanischen Erstligisten Real Saragossa war, nennt zwei Hauptgründe für die Auftaktniederlage der Spanier:

"Xavi wurde komplett aus der Partie genommen und hat gar nicht am Spiel teilgenommen. Dadurch kam keine Dominanz aus dem Ballbesitz heraus zustande."

Vorne habe "die Durchschlagskraft gefehlt, was der große Unterschied zu den Niederlanden war. Die hatten vorne Robben und Van Persie, die einfach in jeder Aktion torgefährlich waren. Das hat Spanien komplett gefehlt."

Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque wirkte am Freitag auf der Bank konsterniert. Poschner macht sich aber keine Gedanken um den Gemütszustand des Coaches:

"Del Bosque ist nie geschockt. Ich glaube seine Gefühlsausbrüche waren auch nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft nicht anders als gestern. Um ihn mache ich mir keine Sorgen."

Vor dem Spiel am Mittwoch gegen Chile (ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) steht das spanische Team nun schon unter Druck. Nach Ansicht von Poschner wird dies die Mannschaft aber nicht hemmen:

"Das sind alles Spieler, die täglich großen Druck gewohnt sind. Die spielen alle in sehr großen Mannschaften, wo jeden Tag ein großer Druck herrscht."

Er könne sich "bei aller Liebe nicht vorstellen, dass diese Jungs am Druck zerbrechen. Sie können an einer schlechten Leistung zerbrechen, aber nicht an Druck. Das sind die Jungs gewohnt."

Man wisse nicht, ob es nur eine schlimme Nacht war oder ob es ein schlimmer Sommer wird, schrieb die spanische Tageszeitung "AS" am Samstag. Poschner meinte dazu lächelnd: "Es war nur eine schlimme Nacht."

Aktuell ist Poschner Sportchef bei Zweitligist 1860 München. Das Amt übernahm er am 11. April 2014.

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