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Andrea Pirlo musste mit Italien gegen Costa Rica eine 0:1-Pleite hinnehmen © getty

Die italienische Presse übt nach der 0:1-Niederlage Italiens gegen Costa Rica scharfe Kritik an der "Squadra Azzurra". Nachdem das Team von Trainer Cesare Prandelli mit einem 2:1-Sieg gegen England gut gestartet war, scheint die Euphorie in Italien nun verflogen.

Die Pressestimmen im Überblick:

"Gazzetta dello Sport": "Albtraum-Italien. Die Azzurri müssen eine der schwerwiegendsten und demütigendsten Niederlagen ihrer Geschichte hinnehmen. Ein Debakel. Man muss aber noch herausfinden, welche Verschwörung die Löwen von Manaus in Zombies verwandelt hat, die gestern mit weichen Beinen auf dem Rasen der Arena Pernambuco wandelten."

"Corriere dello Sport": "Was für eine Blamage! Prandelli versucht alles, um den Zusammenbruch zu vermeiden. Doch der Einsatz von Cassano, Insigne und Cerci genügt nicht, um eine Lage zu retten, die Italien zutiefst demütigt."

"Tuttosport": "Vom Jubel in Manaus zum Horror von Recife: In sechs Tagen verwandelt sich Prandellis Italien in ein hässliches Entlein, das ohne zu kämpfen vor Costa Rica kapituliert."

"Repubblica": "Italien löst sich auf. Es gibt keine Entschuldigung für das langsame und zögerliche Spiel der Italiener, für den Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit. Die Niederlage ist mehr als verdient und bezeugt die Probleme der Prandelli-Truppe gegen nichteuropäische Teams."

"Corriere della Sera": "Die größte Schwäche der Azzurri ist ihre Unfähigkeit, die Voraussetzungen für ein Tor zu schaffen. Cassano, Insigne, Cerci und Balotelli: Prandelli setzt seine besten Stürmer ein, doch nichts hilft."

COSTA RICA

"La Nacion": "Die Auswahl Costa Ricas schreibt Geschichte und sorgt für nationalen Freudentaumel. Costa Rica macht ein unglaubliches Spiel gegen Italien und zieht zum zweiten Mal in ein WM-Achtelfinale ein. Costaricaner, genießt es, vergesst das niemals. "

"La Prensa Libre": "Historische 'Tricolor'. Wie vor 24 Jahren löst Costa Rica das Ticket für das Achtelfinale. Die 'Tricolor' zeigt erneut ihren Charakter gegen Mannschaften auf Weltniveau."

"Diario Extra": "Die Auswahl besiegt Italien und schreibt Geschichte in Brasilien. Einmal mehr schreibt der costaricanische Fußball mit goldener Schrift ins Buch der FIFA."

"La Republica": "Historisch. Die Auswahl überrascht bei der WM die ganze Welt. Diese Mannschaft fliegt! Mit dem Herz in der Hand, mit Tränen, die aus der Tiefe quellen, und dem größten Stolz. So gewinnt die Nationalmannschaft gegen Italien."

Schweiz - Frankreich 2:5

SCHWEIZ

"Neue Züricher Zeitung": "Unordnung und Rückschritt. Schweizer Auswahl von Frankreich überrollt. Zu wenig Tempo, Stellungsfehler, keine Ballsicherheit und Fehlpässe. Das Schweizer Nationalteam kämpft mit seinen üblichen Defiziten."

"Blick": "2:5-Schmach an WM. Schweizer Debakel gegen Frankreich. Elf Petits Suisses werden vom französischen Hochgeschwindigkeits-Zug TGV überfahren. Ist nun WM-Endstation?"

"Tages Anzeiger": "Vorgeführt und blamiert. 2:5 - die Schweizer erhielten von Frankreich eine Lehrstunde, die alles in Frage stellt, was sie zuletzt erreicht hatten. Nun kommt es gegen Honduras zum großen Charaktertest."

FRANKREICH

"L'Equipe": "Les Bleus fast perfekt. In der Offensive hat die französische Mannschaft die Fans verwöhnt. Einziger Wermutstropfen: die beiden Gegentore. Der erste wirkliche Test bei der WM wurde zu einer Demonstration."

"Le Parisien": "Les Bleus beeindrucken. Ein Traum wächst und scheint keine Grenzen zu kennen. Er öffnet neue Horizonte und erlaubt die vor einigen Monaten noch unvorstellbare Frage: Wohin führt der Weg der Franzosen bei dieser WM?"

"Le Monde": "Les Bleus rezitieren ihren Fußball beim zweiten Sieg im zweiten Spiel. Die Schweiz wurde zerrupft und ein großer Schritt in Richtung Achtelfinale getan."

"Le Figaro": "Les Bleus beeindrucken. Sie haben eine perfekte erste Halbzeit hingelegt. Frankreich hat sich einen Regenguss an Toren gegönnt und steht mit einem Fuß und vier Zehen im Achtelfinale."

"Ouest France": "5:2-Sieg in einem verrückten Spiel! Der leichte Sieg gegen Honduras hatte einige Gewissheiten gebracht. Didier Deschamps hat nicht gezögert, diese in Frage zu stellen, indem er Olivier Giroud für Antoine Griezmann und Moussa Sissoko für Paul Pogba brachte. Sich nicht auf seinen Lorbeeren auszuruhen, ist eine der Stärken dieses Trainers."

"Liberation": "5:2, Frankreich sprengt die Bank! Es sprang vor allem in der zweiten Halbzeit, als alles klar war, ins Auge: Die Mannschaft hat wieder Spaß daran, zusammen zu spielen."

Durch das 1:0 (1:0) von Costa Rica gegen Italien ist England in der Gruppe D erstmals seit 1958 wieder in der Vorrunde gescheitert.

Die englische Presse reagiert teils gleichmütig, teils mit beißendem Spott.

Die Pressestimmen aus England im Überblick:

"The Sun": "Dies ist zwar das Ende der WM, aber nicht das Ende der Welt. Always look on the bright side of life."

"The Times": "Italiens Niederlage beendet Englands letzte Hoffnungen. England ist nach der schlechtesten Leistung seit 50 Jahren gescheitert. Ruiz beendet Englands Elend. Manche Probleme werden eben nicht von Geld gelöst, von modernsten Anlagen, davon, dass das Land mit Trainern überschwemmt wird."

"The Guardian": "Englands größte Namen haben nicht gezündet. Schon wieder eine WM, schon wieder ein England-Flop - wer ist schuld? Nun geht die Suche nach Sündenböcken und Antworten wieder los."

"The Daily Mail": "Der Traum aller England-Fans ist wieder einmal zerstört. Besser wird es nicht. Das ist es, was wir erwarten dürfen. Das sind wir jetzt. Die lächelnden Idioten, die sich freuen, bei der Party dabei zu sein."

"The Independent": "Wir dachten, es sei noch nicht alles vorbei. Jetzt ist es vorbei."

"The Daily Telegraph": "England wird nach einer weiteren drohenden Demütigung nach Hause fahren. Wenn Hodgsons Team nach zwei Niederlagen auch noch gegen Costa Rica verliert, wird das die schlechteste WM aller Zeiten. Trotzdem besteht Greg Dyke, FA-Vorsitzender, darauf, dass Hodgson nicht gefeuert wird. Dieses Scheitern der Nationalmannschaft erfordert eine Entschuldigung von der FA, von Roy Hodgson und von den Spielern."

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