Der algerische Fußball-Nationaltrainer Vahid Halilhodzic hat vor dem wegweisenden WM-Spiel gegen Südkorea am Mittwoch in Porto Alegre zum großen Rundumschlag ausgeholt und die heimische Presse scharf attackiert. "Ich habe gehört, was dort für Gerüchte kursieren. Aber bevor man solch einen Schwachsinn schreibt, sollte man vielleicht mit dem Trainer oder den Spielern sprechen", sagte der Bosnier am Samstag.

Angeblich, so berichten die algerischen Medien, sollen sich die Spieler in der Halbzeitpause des Auftaktduells mit Belgien (1:2) gegen den Trainer auf- und dessen defensive Taktik abgelehnt haben. Ebenso titelten die Zeitungen, dass Verbandspräsident Mohamed Rourawa über die Aufstellung für das Spiel gegen Südkorea, bei dem eine Niederlage das vorzeitige Aus bedeuten würde, entscheiden wolle.

"Es stehen so viele dumme Sachen in der Presse", entgegnete Halilhodzic, der nach der WM möglicherweise vom Franzosen Christian Gourcuff beerbt wird. Halilhodzic könne nach seiner Auffassung zwar auf jeden hören, aber die Entscheidungen treffe noch immer er selbst. Denn: "Ich bin stolz auf das, was ich für den algerischen Fußball und dieses Team geleistet habe."

Als der 62-Jährige dann endlich über die bevorstehende Aufgabe sprechen durfte, bezeichnete er den Gegner als "äußerst diszipliniert". Sein Team müsse "beweglicher und schneller" als gegen Belgien agieren - nur dann könnte Algerien den ersten WM-Sieg seit dem 24. Juni 1982 feiern und bei der vierten WM-Teilnahme das vierte Vorrundenaus vorerst abwenden.

"Ein Sieg wäre das größte Geschenk für die Algerier", sagte Halilhodzic. Und das beste Argument gegen seine Kritiker.

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