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Die italienische Nationalmannschaft schied schon in der Gruppenphase aus © SPORT1

Die italienische Presse fordert nach dem WM-Aus der Squadra Azzurra einen kompletten Neuaufbau. Auch Deutschland wird als Vorbild genannt. In Uruguays Zeitungen ist der Jubel groß. In England herrscht Ernüchterung.

Italien - Uruguay 0:1

ITALIEN

"Gazzetta dello Sport": "Italien geht nach Hause: Eine Pleite! Wir haben alles verloren: Die WM, den Trainer und den Verbandspräsident. Nackter geht es nicht mehr. Die Uhr dreht sich zurück. Wie vor vier Jahren scheiden wir nach der ersten Runde nach einem Match aus, bei dem ein Remis genügt hätte."

"Corriere dello Sport": "Desaster Italien. Der Rücktritt Prandellis und des Verbandschefs Abete genügen nicht. Wir brauchen alles, um den Neubeginn zu schaffen, vor allem klare Strategien. Italien muss sich an Deutschland ein Beispiel nehmen, das von null in fünf Jahren ein Beispiel für Europa geworden ist. Wir waren Fußballmeister, jetzt sind wir die Klassenletzten. Balotelli zeigt das schlechteste von sich: Er wandelt verschlafen und ziellos auf dem Spielfeld. Mario muss wieder an Schwung gewinnen und einen Neubeginn schaffen: Ohne Tweets und mit klarem Kopf."

"Tuttosport": "Italien versinkt im Chaos. Wir kehren ohne Stolz, ohne Trainer und ohne Verbandschef nach Hause zurück. Prandelli und Abete überlassen anderen die heikle Aufgabe, die Squadra Azzurra neu aufzubauen. Hätten sie es nicht freiwillig getan, wären sie zum Rücktritt gezwungen worden. Das Ende ihres Rennens war trotz Prandellis Vertragsverlängerung unabwendbar."

"Repubblica": "WM Adieu! Der italienische Fußball versinkt in eine endlose Nacht. Wir haben den Tiefpunkt einer technischen, organisatorischen und kulturellen Krise erreicht. Jetzt muss sich alles ändern. Italien ist weder auf Klubebene, noch in Europa, noch mit der Nationalmannschaft wettbewerbsfähig."

"Corriere della Sera": "Der italienische Fußball verliert in zwei Stunden die WM, den Trainer, den Verbandschef, seinen prestigeträchtigsten Fußballer Andrea Pirlo, der das letzte Spiel mit der Nationalmannschaft bestritten hat, und die ewige Hoffnung Mario Balotelli. Die Nationale spiegelt ein Land wider, das jegliches Vertrauen verloren hat."

URUGUAY

"El Pais": "Die Celeste kämpfte mit Seele, Herz und Leben und vom Rücken Diego Godins ging es in die nächste Phase. Wie bei der WM 1950 war der Sieg der einzige Weg, am Leben zu bleiben, und die Celeste hat es erneut geschafft."

"Espectador": "Fiesta Nacional! Das Uruguay der Wunder. Uruguay ist klein, aber ein Gigant. Wir können nicht gewinnen, ohne zu leiden. Uruguay ist definitiv dort, wo Abermillionen aus aller Welt gerne geboren worden wären, aber nur Millionen genießen dieses Privileg, Charrua-Blut in den Adern zu haben."

Costa Rica - England 0:0

COSTA RICA

"El Pais": "Erster! Erster! Erster! Besser geht es nicht! Unbesiegt und Spitzenreiter in der gefürchteten Todesgruppe. Unsere Ticos werden nicht müde, Geschichte zu schreiben."

"Diario Extra": "Ungeschlagen! Und Gruppenerster!"

"CR Hoy": "Tabellenführer! Costa Rica spielt gegen England unentschieden und beendet die Gruppe auf einem historischen Rang. Ja, wir haben sehr auf ein Tor gehofft, an das wir uns so in den ersten beiden Partien gewöhnt haben. Freu dich, Costa Rica! Auf dass die nächste Runde auf uns wartet."

"Al Dia": "Costa Rica dominiert die Giganten. Die Todesgruppe hatte einen Beherrscher: Das Aschenputtel, wie sie jetzt sagen."

ENGLAND

"The Guardian": "England beendet eine enttäuschende Weltmeisterschaft mit einem 0:0 gegen Costa Rica."

"Daily Mail": "R.I.P. England. Hudgsons Flops schleichen nach Hause aus Brasilien, als verbrauchte Kraft im Weltfußball. Prandelli tritt zurück und dies sollte auch Roy tun."

"The Times": "England verlässt die WM in aller Stille mit bereits gepackten Koffern."

"Daily Express": "England ohne Biss gegen Costa Rica im düsteren letzten WM-Spiel."

"The Sun": "Erbärmliches England meldet sich von der WM ab - mit einem miserablen Unentschieden gegen Costa Rica."

Japan - Kolumbien 1:4

JAPAN

"Japan Times": "Kolumbien eliminiert Japan. Jackson Martinez löscht Japans letzte Hoffnungen, noch in das Achtelfinale der WM einzuziehen, mit zwei Toren aus."

KOLUMBIEN

"El Tiempo": "Kolumbianischer Karneval in Brasilien. Historisch. Die Seleccion kommt ohne Punktverlust durch die Gruppe."

"El Pais": "Kolumbien setzt seinen historischen Weg fort."

Griechenland - Elfenbeinküste 2:1

GRIECHENLAND

"Eleftheros Typos": "Historische Qualifikation Griechenlands für die besten 16 Teams der Welt. Griechenland hat zum ersten Mal in der Geschichte das Achtelfinale bei einer WM erreicht. Mit einer großartigen Leitung gegen die Elfenbeinküste und Platz zwei in der Gruppe C hinter Kolumbien wartet jetzt Costa Rica."

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