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Markus Merk feiert am 15. März seinen 50. Geburtstag. Der langjährige Top-Schiedsrichter kann auf 339 Bundesliga-Spiele zurückblicken. Auch auf der internationalen Bühne hat der dreimalige Welt-Schiedsrichter den Kontakt mit den Großen nicht gescheut (hier beim Testspiel 2007 zwischen England und Brasilien mit David Beckham (l.) und Robinho (M.). SPORT1 blickt auf die Laufbahn Merks
Markus Merk war viele Jahre FIFA-Schiedsrichter und pfiff bei Welt- und Europameisterschaften © imago

Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Markus Merk hat die Leistungen der Unparteiischen bei der WM in Brasilien kritisiert - vor allem aber den Weltverband für die Auswahl der Schiedsrichter.

"Es ist schon erstaunlich, wie viel die Unparteiischen bei dieser WM durchgehen lassen", sagte der 52-Jährige im Interview mit 11freunde.de: "Außerdem vermisse ich eine klare Linie. Man weiß nie, wann es nun eine Gelbe Karte gibt und wann nicht."

Trotzdem sei "die zum Teil scharfe Kritik meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt" äußerte Merk und deutete an, dass die FIFA bei der Auswahl der Unparteiischen nicht genau genug hinschaue.

"Die Schiedsrichter bei dieser WM haben in den vergangenen drei Jahren einen ausführlichen und sehr intensiven Lehrgang durchlaufen, der extrem viel Zeit und Geld gekostet hat".

Der Japaner Yuichi Nishimura, der im Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien (3:1) einen unberechtigten Elfmeter für die Gastgeber pfiff, habe aber "entscheidende Mängel, das war mir bereits nach fünf Minuten klar.

Vielleicht muss man sich dann doch eher fragen, warum Nishimura für so ein wichtiges Spiel eingeteilt wurde, wenn man ihn vorher drei Jahre lang geschult und beobachtet hat. Die Kritik sollte also eher die Verantwortlichen treffen und nicht die Schiedsrichter".

Grundsätzlich sei es aber richtig, Spielleiter aus aller Welt zu berufen und nicht nur aus den Ländern mit starken Ligen.

"Seit ich dabei bin, habe ich diesen Vorwurf bei jedem großen Turnier gehört. Schiedsrichter aus den 'Dritte-Welt-Ländern' des Fußballs seien nicht gut genug für die WM. Das widerspricht doch dem Grund-Gedanken einer globalen Meisterschaft", betonte Merk:

"Ich finde, dass Schiedsrichter aus so vielen Ländern wie möglich bei einer WM nicht nur pfeifen dürfen, sondern müssen! Außerdem kann die Unbekümmertheit manch angeblich unerfahrenerer Kollegen auch von Vorteil sein. Siehe den Usbeken Rawschan Irmatow. Der pfiff bei der WM 2010 gleich fünf Spiele, unter anderem das Eröffnungsspiel. Und bot dabei eine tadellose Leistung."

Irmatow wird am Donnerstag (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) in Recife auch das letzte deutsche Gruppenspiel gegen die USA mit Trainer Jürgen Klinsmann leiten.

Hier gibt es alles zur WM 2014

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