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Dr. Christoph Schickhardt verteidgte schon viele Sportgrößen © getty

Sportrechtler Christoph Schickhardt sieht keine großen Chancen für Uruguays Luis Suarez, seine Sperre von neun Länderspielen und vier Monaten zu mindern.

"Jede Sperre ist ein Berufsverbot, das ist aber völlig anerkannt. Solche Strafen, wenn sie angemessen sind, sind grundrechtlich nicht zu beanstanden. Auch zweijährige Dopingsperren sind nicht zu beantstanden", erklärte Schickhardt bei SPORT1.

Die Konsequenzen für den Stürmer, der für seine Beiß-Attacke auf den Italiener Giorgio Chiellini bestraft wurde, sind gravierend, sagte der Jurist: "Das ist die gleiche Klausel wie bei Franz Beckenbauer. Er darf nicht trainieren. Er darf keinen Platz oder Raum betreten, der in irgendeiner Weise offiziell zu einem Verein oder Verband gehört. Die Sperre gilt natürlich auch für Liverpool."

Beckenbauer war von der FIFA für 90 Tage ebenfalls für alle Aktivitäten in Zusammenhang mit Fußball gesperrt worden.

Bei einem Verstoß gegen die FIFA-Auflagen könnte die Strafe für Suarez noch härter ausfallen, sagte Schickhardt: "Dann kann es eine noch längere Sperre geben. Die Sperren sind bei der FIFA nicht begrenzt nach oben."

Die Sperre für Suarez sei rechtlich ein besonderer Fall, führte der 59-Jährige aus: "Bislang gab es so etwas nur bei rassistischen Ausfällen oder Schlägereien. Die FIFA wertet dies im Grunde als Schlägerei, als Gewaltakt außerhalb des Fußballsports."

Der Spieler des FC Liverpool hätte noch die Möglichkeit, vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS gegen seine Strafe vorzugehen: "Er hat die Möglichkeit zum CAS zu gehen. Die CAS würde auch sofort verhandeln. Dazu stehen die bereit und werden sogar vor Ort sein."

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