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Diego Lugano schimpft nach der Sperre für Luis Suarez auf die FIFA © getty

Uruguays Kapitän Diego Lugano nutzte sein Facebook-Profil für eine klare Botschaft an den Weltverband FIFA nach der drakonischen Strafe gegen "Beißer" Luis Suarez.

"Empörung. Ohnmacht", schrieb der 33-Jährige gleich zu Beginn und setzte im kritischen Ton fort: "Die das Sagen haben, befehlen, die Starken sind die Starken...und über uns richten sie nicht mit dem gleichen Gesetz."

Der Abwehrspieler stellte sich selbst als Sprecher des gesamten Teams hin und verkündete: "Wir wollen alle eine gerechtere Welt, aber diese Welt existiert einfach nicht."

In das Achtelfinale am Samstag gegen Kolumbien gehe der amtierende Südamerika-Meister aber dennoch "mit Demut, Einheit, Engagement, Anerkennung von Fehlern und erhobenem Kopf".

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Schon vor der Urteilsverkündigung, die Suarez wegen dessen Beiß-Attacke im Vorrundenspiel gegen Italien eine sofortige Neun-Spiele-Sanktion sowie eine Vier-Monats-Sperre für alle Fußball-Aktivitäten einbrachte, hatte Lugano auf die Unschuld des Torjägers gepocht.

Vielmehr sei der Liverpool-Stürmer Opfer einer Hetzkampagne.

Auch die Politprominenz des kleinen Landes ging mit der FIFA hart ins Gericht.

Liliam Kechichian, Ministerin für Tourismus und Sport, bezeichnete das Urteil als "exzessive Strafe".

Politiker aller Parteirichtungen nutzten ihren Twitter-Account. "Eine Lynchjustiz im 21. Jahrhundert", schrieb Horacio Yanes.

"Es fehlt nur der elektrische Stuhl. Eine Sache ist eine Strafe, die andere eine Hinrichtung", meinte Sergio Abreu.

"Suarez hat sich falsch verhalten. Aber wenn die FIFA auch gegen sich selber so streng wäre wie gegen Luis, bliebe niemand in seinem Amt", erklärte Ney Castillo.

Aber für den Achtelfinalisten, der am Samstag gegen Kolumbien spielt, gab es auch aufmunternde Worte.

"Kopf hoch, Uruguay. Wir sind jetzt alle Suarez!", schrieb Monica Xavier. Und Kechichian forderte Mitgefühl für Suarez: "Jetzt müssen wir sehen, wie wir diesem Menschen helfen."

Hier gibt es alles zur WM 2014

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