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Oscar Tabarez ist seit 2006 Nationaltrainer Uruguays © getty

Uruguays Fußball-Nationaltrainer Oscar Tabarez tritt aus Protest gegen die "maßlose" Strafe gegen Luis Suarez aus der sogenannten Strategiekommission des Weltverbandes FIFA zurück.

Das gab der 67-Jährige am Vorabend des WM-Achtelfinals am Samstag gegen Kolumbien (ab 21.30 Uhr im LIVE-TICKER) bekannt.

"Es ist nicht weise einer Organisation anzugehören, die eine solche Entscheidung trifft", sagte Tabarez.

FIFA-Sprecherin Delia Fischer sagte am Samstagvormittag, der Weltverband habe "von ihm noch keine Nachricht bekommen. Aber was er tut, ist seine persönliche Entscheidung."

Nationalspieler Suarez war nach seiner Beiß-Attacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini im letzten Vorrundenspiel für neun Pflichtspiele gesperrt worden. Außerdem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Schweizer Franken bezahlen und darf vier Monate nicht im Fußball tätig sein.

Die Strafe habe die gesamte Delegation Uruguays bei der WM in Brasilien "sehr bewegt, sehr berührt. In den letzten Stunden war nichts anderes in unseren Köpfen", sagte Tabarez.

"Wir hätten nie gedacht, dass es so eine schwere Strafe geben würde", führte der Coach in einer rund 15-minütigen Erklärung bei der offiziellen Pressekonferenz für das Duell mit Kolumbien in Rio de Janeiro weiter aus. Tabarez sprach sichtlich bewegt und ließ nach seinen Ausführungen keine Fragen zu.

"Luis wird da durchgehen und daran wachsen. Wir werden ihn dabei nicht alleine lassen. Und unseren Fans verspreche ich: Wir werden alles geben gegen Kolumbien", schloss er.

Zuvor hatte er sich als einwandfreien Sportsmann dargestellt, der für sein Verhalten sowohl von der FIFA mit dem Verdienstorden als auch von der UNESCO geehrt worden sei.

"Ich bin ein eiserner Verfechter des Fair Play", sagte Tabarez. Und ja, es habe "sehr wohl eine Grundlage für eine Strafe gegeben, aber für beide Spieler, Chiellini und Suarez".

Allerdings hätten ausländische Medien den Fall aufgebauscht.

Dem Disziplinarkomitee der FIFA, das das Urteil gegen Suarez gefällt hatte, warf er vor, seine Macht `auf diskriminierende Weise missbraucht" zu haben. Es habe aus Suarez einen "Sündenbock" gemacht: "Dabei wird vergessen, dass es sich hier um einen Menschen handelt, der auch eine andere Seite, und der auch Rechte hat."

Für Tabarez steht nach dem Vergleich mit anderen Vergehen fest: "Bei dieser WM wird mit völlig unterschiedlichen Maßstäben gemessen."

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