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Steht wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck: FIFA-Chef Joseph Blatter
Joseph S. Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident © getty

Als einen "bedauernswerten Mann" hat Michael van Praag, Vorsitzende des königlich-niederländischen Fußballverbandes KNVB, FIFA-Präsident Joseph S. Blatter bezeichnet.

Auch glaubt van Praag, dass UEFA-Chef Michel Platini (Frankreich) nicht Gegenkandidat des umstrittenen Schweizers bei der nächsten FIFA-Präsidentschaftswahl 2015 sein wird.

In der TV-Sendung "VI Oranje" des kommerziellen Senders "RTL" aus dem Kurhaus in Scheveningen wiederholte van Praag, dass er wie beim FIFA-Kongress vor einigen Wochen in Brasilien weiterhin gegen eine Wiederwahl Blatters sei.

"Ich empfinde ihn als einen bedauernswerten Mann, der nicht über so viel Selbsterkenntnis verfügt und der es auch nicht begreift, dass es besser für ihn wäre, die FIFA im nächsten Jahr auf eine würdige Manier zu verlassen. Er baut ab", sagte van Praag über den 78 Jahre alten Schweizer.

"Der Mann ist es nicht gewöhnt, dass ihn jemand aus seinem Umfeld so etwas sagt. Als Person ist er ein sehr liebenswerter Mann, vielleicht der liebenswürdigste, den ich in der Fußballwelt kenne. Er ist höflich und behält die Namen der Ehefrauen von allen Männern, die er kennt. Er kennt jeden. Ich finde ihn auch naiv und dadurch ist er verwundbar. Dass er weitermachen möchte, zeigt, dass er ein Brett vor dem Kopf hat. Das finde ich schade. Das muss beendet werden", äußerte van Praag.

Ende August bei der Auslosung der Champions League wolle Platini bekannt geben, ob er gegen Blatter antreten wird.

Van Praag: "Das haben wir innerhalb der UEFA so abgesprochen. Wenn er Kandidat wird, dann ist es ganz einfach. Dann haben wir einen Kandidaten, den wir alle in Europa wollen. Wenn er es nicht macht, was ich vermute, dann müssen wir Europäer einen anderen Kandidaten suchen. Und ich denke, dass wir als Europa die größte Chance haben, einen anderen FIFA-Vorsitzenden zu erhalten, wenn wir als Europa einen Nicht-Europäer wählen."

Er wolle es auf keinen Fall werden. Wir müssen dann schauen, wer vom UEFA-Vorstand dafür geeignet ist, so der KNVB-Vorsitzende.

Auf einer englischen Liste stand der Name von van Praag und auch der des DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach.

"Den würde ich auch als einen guten Kandidaten sehen. Es schmeichelt mir auf der Liste zu stehen, aber sollte ich es wollen, hätte ich nicht den Hauch einer Chance. Außer Platini gibt es keinen anderen Europäer, der eine Chance hat. Es geht nicht um mich. Es geht um einen anderen FIFA-Präsidenten. Und wir müssen alles tun, um das möglich zu machen", betonte der Niederländer.

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