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Urs Meier war bis 2004 FIFA-Schiedsrichter
Urs Meier leitete 883 Spiele als Schiedsrichter © imago

Der ehemalige Weltklasse-Schiedsrichter Urs Meier hat die lasche Regelauslegung der Unparteiischen bei der WM in Brasilien gerügt.

"Die WM verkommt zu einem Treter-Festival", sagte der Schweizer nach dem vorzeitigen Weltmeisterschafts-Aus von Brasiliens Ausnahmespieler Neymar (Bruch des Querfortsatzes des dritten Lendenwirbels).

Der Fußball bei dieser WM sei viel zu physisch und körperbetont, "die Messlatte für Gelbe Karten viel zu hoch angesetzt worden", schrieb der Schweizer "ZDF"-Experte in einer Kolumne bei "Focus online": "Es wird getreten, gehalten, gezerrt und gemeckert - die Grenzen werden auf jedem Gebiet überschritten. Die Referees lassen viel zu viel laufen und greifen kaum in die Brusttasche."

Beim Viertelfinale Brasilien gegen Kolumbien habe es 54 Fouls und vier Verwarnungen gegeben, so Meier: "Das passt zum Stil bei dieser WM. Es ist ein Turnier mit sehr wenigen Gelben Karten. Man toleriert wahnsinnig viel. Da braucht sich niemand wundern, dass es Verletzte gibt. Das wird in Kauf genommen."

Meier mahnt an, dringend Schlüsse im Schiedsrichterbereich des Weltverbandes aus der harten Gangart bei der WM zu ziehen.

"Feine Techniker wie Neymar oder auch Mesut Özil leiden darunter, dass sie ständig auf die Socken kriegen. Sie können sich gar nicht richtig entfalten, weil sie bei jeder Gelegenheit umgetreten werden", betonte der Eidgenosse.

Hier gibt es alles zur WM 2014

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