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Oliver Kahn lobt die Torhüter bei dieser WM © getty

Der ehemalige deutsche Nationaltorhüter Oliver Kahn hat ein erstes Fazit von der WM in Brasilien gezogen.

"Es ist bisher eine Weltmeisterschaft, die ganz im Zeichen der Willenskraft und Leidenschaft steht", resümierte der ZDF-Experte in einem Interview im "kicker".

Für den 45-Jährigen habe es bei dem Turnier keine großen taktischen Neuerungen und bahnbrechenden Veränderungen gegeben.

"Alles schon mal da gewesen. Es geht nur noch um Nuancen. Kleinigkeiten, die im Vergleich zu früher anders gestaltet werden", meinte Kahn.

Auch das Spiel mit drei Verteidigern relativierte der einstige Weltklasse-Keeper.

"Doch was heißt drei Verteidiger genau? Meist ist es doch bei diesem System so, dass die Außenverteidiger sich auch zurückfallen lassen und somit mit fünf Spielern verteidigt wird. Die Außenverteidiger haben weiterhin eine sehr hohe Bedeutung im heutigen Fußball", erklärte Kahn.

In der Offensive gehe der Trend, laut Kahn, zu den kleinen, flinken Spielern wie beispielsweise dem Belgier Hazard.

"Doch ich vertrete die Auffassung, dass immer ein echter Stürmer in die notwendige Tiefe geben muss, damit dieses Angriffsspiel funktioniert."

Das Offensivspiel in Brasilien zeichne "Tempo, die Schnelligkeit" aus, mit der viele angreifen würden.

"Dabei setzen die meisten Teams auf die Schnelligkeit des Kollektivs, nicht so sehr auf die der Einzelspieler", ergänzte Kahn.

Es gehe darüber hinaus nicht mehr um eine spezielle Philosophie. Wer eindimensional taktiere, habe kaum eine Chance, weil er schnell ausrechenbar werde. "Taktische Flexibilität und Rhythmuswechsel werden immer wichtiger", so Kahn.

Ein gutes Zeugnis stellte Kahn auch den Torhütern bei dieser WM aus. "Es ist bisher eine WM der starken Torhüter-Leistungen", findet der einstige Münchner. Ihre Leistungen hätten dazu beigetragen, dass fünf Achtelfinals in die Verlängerung gegangen sind."

Früher habe es oft geheißen: Je weiter südlich, desto schlechter die Torwarte. "Nun sind die Keeper aus Afrika und Südamerika absolut konkurrenzfähig", stellte Kahn fest.

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