vergrößernverkleinern
Der gebürtige Österreicher Matthias Steiner wurde 2008 deutscher Staatsbürger © getty

Matthias Steiner gibt beim Turnier in Braunau sein Comeback und bringt die Fans fast zum Durchdrehen. Sportlich ist er im Soll.

Braunau - Als Matthias Steiner 382 Tage nach seinem Olympiasieg wieder die Gewichtheberbühne betrat, wurde er mit ohrenbetäubendem Lärm wie ein Popstar gefeiert.

Zu krachender Rockmusik von Queen stemmte der stärkste Mann der Welt bei einem Traditionsturnier im österreichischen Braunau im Zweikampf 425 kg in die Höhe.

Zu den 461 kg von Peking fehlt noch ein Stück, doch im Hinblick auf die WM im November liegt Steiner voll im Plan.

"Ich bin absolut zufrieden. Durch den Wettkampf weiß ich nun, wo ich stehe", sagte Steiner.

"Ausgezeichnete Leistung"

Sein Trainer Frank Mantek war voll des Lobes für seinen Schützling: "Das war eine ausgezeichnete Leistung. Er hat sechs gültige Versuche und das aus dem vollen Training. Das ist ein wichtiger Gradmesser."

Den 190 kg im Reißen folgten 235 kg im Stoßen, Steiner erfüllte damit punktgenau die Vorgabe seines Trainers.

"Das Reißen war technisch schon sehr anspruchsvoll. Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen", sagte Mantek. Bis zur WM vom 18. bis 29. November in Goyang/Südkorea sei es noch ein langer Abschnitt, man liege aber voll im Plan.

Veranstalter nimmt Angebot dankend an

Das Günter-Stapfer-Gedächtnisturnier in Braunau ist eigentlich dem Nachwuchs vorbehalten, doch als Mantek auf der Suche nach einem geeigneten Wettkampf für Steiner den Veranstalter kontaktierte, war dieser völlig aus dem Häuschen.

Angeführt vom werdenden Papa Steiner bot die deutsche Nationalmannschaft den 500 Zuschauern in der ausverkauften Bezirkssporthalle eine Gewichtheber-Show vom Feinsten.

Initialzündung Steiner

Seit dem Olympiasieg von Steiner sind die deutschen Heber großen Rummel gewohnt, doch die Atmosphäre in der kleinen Halle begeisterte selbst den alten Trainerfuchs Mantek.

"Die sind ja fast durchgedreht. Das war super", sagte der 52-Jährige.

Man merke eben immer wieder, dass Gewichtheben seit Olympia ganz anders wahrgenommen werde: "Matthias' Sieg war die Initialzündung."

Hauptziel Olympia 2012

Damit das auch so bleibt, soll Superschwergewichtler Steiner beim Saisonhöhepunkt in Südkorea um den Titel mitkämpfen.

"Für Gold muss man 460 kg oder sogar noch mehr schaffen, aber ich halte nichts davon, jetzt schon vom Titel zu reden", sagte Mantek. Das gesteckte Ziel seines Schützling seien die Olympischen Spiele 2012 in London.

Bis zur WM wird sich Steiner in der Öffentlichkeit rar machen. Seinen einzigen Wettkampf vor den Titelkämpfen wird der 27-Jährige vom Chemnitzer AC am 23. Oktober bei den deutschen Meisterschaften in Ladenburg bestreiten.

Am Montag beginnt zunächst die nächste Phase der WM-Vorbereitung. Das Nationalteam absolviert vom 7. bis 20. September ein Trainingslager in Kienbaum.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel