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Matthias Steiner startete erstmals 2004 in Athen bei Olympischen Spielen © getty

Der Olympia-Held von Peking wird erstmals deutscher Meister. Für die anstehende WM muss die Leistung aber noch besser werden.

Ladenburg - Vier Wochen vor der WM in Südkorea ist Matthias Steiner noch weit von seiner Gold-Form entfernt.

Zwar wurde der 27 Jahre alte Olympiasieger von Peking in Ladenburg erstmals deutscher Meister, doch für den ersehnten ersten WM-Titel Ende November in Goyang dürfte Steiners derzeitiger Leistungsstand kaum ausreichen.

"Mir fehlen einfach drei Monate der Vorbereitung", sagte der gebürtige Österreicher, der sich Anfang Februar an der Leiste operieren lassen musste.

"Ich bin erst seit Mai wieder im Training. Am Amfang konnte ich keinen Eimer Wasser tragen, so groß war der Muskelverlust."

"Ich will Weltmeister werden"

So schaffte der Super-Schwergewichtler im Zweikampf auch lediglich 430 kg, 31 weniger als bei seinem Olympiasieg in Peking.

Eine ähnliche Leistung müsste er auch bei der WM bringen, um zu gewinnen.

"Ich will natürlich Weltmeister werden, aber die Konkurrenz wird sehr stark sein, insbesondere die zwei Südkoreaner, die zu Hause sind", sagte Steiner.

Die Frische fehlt

In Ladenburg habe er zwar die Kraft gehabt, nach zwei Wochen Trainingslager und nur einer Woche Regenerationszeit "hat mir aber noch die Frische gefehlt".

Dadurch erklärten sich auch seine zwei ungültigen Versuche im Reißen, wo er sich mit 190 kg sogar Vize-Europameister Almir Velagic (Speyer) geschlagen geben musste, der bei geringerem Körpergewicht die gleiche Last gehoben hatte.

Durchbruch im Stoßen

Im Stoßen (240 kg zu 230 kg) und dadurch auch im Zweikampf setzte sich Steiner dann aber durch.

Die Konkurrenten, die erst am Samstag einen Tag nach den Nationalhebern an die Hantel gingen, spielten nicht in der Liga von Steiner und Velagic, der eine persönliche Bestleitung im Zweikampf aufstellte.

Dieses Duo führt auch das vierköpfige deutsche WM-Team der Männer an.

Velagic und Schwarzbach zur WM

Neben ihnen fahren Europameister Jürgen Spieß, wie Velagic aus Speyer, und Steiners Chemnitzer Vereinskollege Tom Schwarzbach zur WM.

Schwarzbach verbesserte sich im Zweikampf der Klasse bis 94 kg auf 350 kg (150 + 200).

Spieß verbesserte sich im Stoßen auf 213 kg und hob insgesamt in der Klasse bis 105 kg 384 kg (171 + 213).

Rode mit dabei

Bei den Frauen wird Julia Rode (Görlitz) in der Klasse bis 53 kg antreten.

Die Vize-U23-Europameisterin hob 185 kg (83 + 102).

Möglicherweise werden Anett Goppold und Kathleen Schöppe von Frauen-Bundestrainer Thomas Faselt zusätzlich nominiert.

Steiner freut sich auf Ruhe

Steiner denkt unterdessen schon über die WM hinaus an das nächste Jahr.

"Dann kann ich mich neun Monate zielgerichtet auf die WM vorbereiten", sagte er und freut sich darauf, dann wieder "meine Ruhe" zu haben.

In Ladenburg, seinem erst zweiten Wettkampf nach dem Gold-Coup von Peking, war das Interesse an ihm unglaublich groß.

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