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Matthias Steiner stemmt die Hantel für den Chemnitzer AC © imago

Der Olympiasieger sichert sich bei der Deutschen Meisterschaft mit der Mannschaft den letzten Titel, der ihm noch fehlt.

Neuhardenberg - Olympiasieger ist Matthias Steiner schon, doch der Titel des deutschen Meisters fehlte dem "stärksten Mann der Welt" noch in seiner Sammlung.

Als der Chemnitzer AC am Samstag als alter und neuer deutscher Mannschafts-Champion im Gewichtheben feststand, tanzte der 140-Kilo-Koloss mit seinen Team-Kollegen ausgelassen über die Bühne des alten Flugzeughangars in Neuhardenberg.

Im blauen Meister-Shirt ließen sich Steiner und Co. von 1200 Zuschauern feiern, die Sektkorken knallten.

Sieg vor Obrigheim

Der sächsische Titelverteidiger und sein prominentester Hantelstemmer dominierten das Bundesliga-Finale der drei Staffelsieger mit 910 Punkten vor Germania Obrigheim (838) und Gastgeber AC Airport Neuhardenberg (751). Nach 1995, 1996 und 2009 sicherte sich Chemnitz die insgesamt vierte Meisterschaft.

Für Superschwergewichtler Steiner, der drei Wochen zuvor bei den Europameisterschaften in Minsk Bronze gewonnen hatte, war es nach der Final-Niederlage 2008 der erste deutsche Mannschaftstitel. "Mit meinem Olympiasieg ist das natürlich nicht zu vergleichen, ich möchte diese Meisterschaft aber nicht missen. Mit der Mannschaft zu gewinnen, ist eine sehr schöne Sache", sagte Steiner, dessen Eltern extra aus Österreich angereist waren.

Mantek: Guter Abschluss

Der 27-Jährige erreichte im olympischen Zweikampf 412 kg (Reißen (187/Stoßen 225) und war mit 172 Punkten der erfolgreichste Athlet des Wettkampfs. Dass er damit unter seinem EM-Ergebnis (426/190/236) blieb, war für Steiner Nebensache: "Ich bin sehr froh, dass ich im Reißen drei gültige Versuche hatte. Die Technik hat endlich wieder funktioniert".

Auch Bundestrainer Frank Mantek, Steiners Freund und Trauzeuge, war mit der Leistung seines besten Hebers zufrieden: "Für Matthias war das ein guter Abschluss der ersten Phase seiner WM-Vorbereitung. Seine Leistung im Reißen war sehr ordentlich."

"Nicht mit links gewonnen"

Für Steiner, seit dem 14. März Vater stolzer Vater von Söhnchen Felix, ist die Weltmeisterschaft Ende September in Antalya/Türkei der wichtigste Wettkampf dieses Jahres im Hinblick auf das Fernziel Olympia 2012 in London.

"Es sieht deutlicher aus, als es war. Wir haben nicht mit links gewonnen", sagte Chemnitz-Trainer Stefan Grützner. Neben Steiner überzeugte beim Sieger auch WM-Kandidat Tom Schwarzbach, der 170 Punkte erzielte.

Obrigheim ohne Debaya

Bei Obrigheim, das stark ersatzgeschwächt in das Finale ging, war der EM-Vierte Almir Velagic (170) der beste Punktesammler.

Der Meister von 2008 musste kurzfristig auf den Olympia-Zweiten Vencelas Dabaya verzichten, der vom französischen Verband keine Freigabe bekommen hatte. Zudem fehlte Obrigheim Auswahlheber Rene Horn, der wegen einer Verletzung passen musste.

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