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Matthias Steiner ist seit März 2010 Vater eines Sohnes © getty

Der Olympiasieger ist nach seinem WM-Silber überglücklich. Die Medaille bezeichnet er als Teil des Plans Olympia-Gold 2012.

Antalya - In der weitläufigen Halle hatten längst die Aufräumarbeiten begonnen, als sich ein verschwitzter Matthias Steiner seinen Mentor schnappte. Mit einer innigen Umarmung bedankte er sich für die eine Stunde zuvor erkämpfte WM-Silbermedaille.

"Das haben wir gut gemacht", sagte Steiner und klopfte Bundestrainer Frank Mantek auf den Rücken.

Der ehemalige Gewichtheber ist Steiners wichtigste Bezugsperson in sportlichen Dingen, Steiner ist Manteks Musterschüler.

Mit Hilfe des jeweils anderen haben sich beide mit dem Olympiasieg 2008 in Peking die Krone des sportlichen Schaffens aufgesetzt, nun arbeiten beide auf den nächsten Coup in zwei Jahren in London hin.

"Bin kein Wunderkind"

Dass Steiner bei der Weltmeisterschaft in Antalya mit 440 kg im Zweikampf Silber holte, reichte zunächst einmal, um den 146-kg-Koloss, der auch vom Ausfall des Olympiazweiten Jewgeni Tschigischew profitierte, sehr glücklich zu machen.

"Ich habe mich vor dem Wettkampf überhaupt nicht gut gefühlt. Ich bin kein Wunderkind", sagte der 28-Jährige: "Mit einer Medaille, egal welcher, wäre ich schon zufrieden gewesen."

Zweites Olymüia-Gold im Blick

Der gebürtige Österreicher aus Obersulz erfüllte damit auch die Vorgaben seines Trainers, der Steiners zweite olympische Goldmedaille bei den Spielen 2012 in der englischen Hauptstadt im Blick hat.

"Es war ganz wichtig, dass er die 440 schafft", so Mantek, "das ist ja ein Teil des Plans." Der Plan sieht eine kontinuierliche Leistungssteigerung des Superschwergewichtlers vor.

600 Tage Wettkampfpause

Nach seinem Olympiasieg legte Steiner exakt 600 Tagen Pause ein und kehrte bei der EM im April in Minsk mit 426 kg auf die internationale Bühne zurück.

Bei der WM waren es nun 440 kg, eine weitere Steigerung ist für die WM im nächsten Jahr in Paris geplant. Läuft alles glatt, soll in London dann wieder eine ähnlich magische Zahl wie die 461 kg von Peking stehen.

Urlaub auf Mallorca

Für den Moment sieht sich Steiner in der Weltspitze zu Recht "weit vorne. Das Soll für dieses Jahr ist erreicht. Nächstes Jahr muss ich mich weiter steigern." Jetzt steht aber erstmal ein Erholungsurlaub mit der Familie an.

Auf Mallorca will Steiner Kraft für die vor ihm liegenden Aufgaben tanken: "Ich habe das ganze Jahr richtig geknüppelt. Jetzt muss ich den Kopf wieder frei bekommen. Auch mein Körper braucht Erholung."

Privatleben "eingependelt"

Neben hartem Training könnte Steiners Privatleben ein weiterer Baustein für das Projekt Gold werden. Nach der Geburt seines Sohnes Felix im März habe sich der Alltag mit seiner Familie "jetzt eingependelt".

Auch der Rummel um seine Person sei von ihm bewusst reduziert worden, sagte Steiner.

"Ein echter Champion"

Es scheint, als könne er sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren.

Und glaubt man Trainer Mantek, ist er dann nur schwer zu stoppen: "Wenn es um eine Goldmedaille geht, springt bei ihm der Motor an. Er ist einfach ein Champion, er ist für solche Momente gemacht."

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