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Matthias Steiner (r., mit Coach Frank Mantek) stemmte in Peking insgesamt 461 Kilos © getty

Der Olympiasieger kommt vor lauter Ehrungen nur zu "erhaltendem" Training. Doch der Plan für weitere Gold-Coups steht.

Leipzig - Peking-Held Matthias Steiner und sein Trainer Frank Mantek bleiben mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2012 das Dreamteam des deutschen Gewichthebens.

"Wir haben zusammen den größtmöglichen Erfolg gehabt. Die Frage einer Neuorientierung stellt sich da nicht. Wir nehmen gemeinsam das Ziel London in Angriff", sagte Matthias Steiner.

Der Olympiasieger im Superschwergewicht hat trotz des weiter anhaltenden Rummels um seine Person nach längerer Auszeit "ein erhaltendes Training" aufgenommen. Der 26-Jährige wird aber erst im nächsten Jahr wieder an die Hantel treten und will im November 2009 in Goyang/Südkorea zum ersten Mal WM-Gold erobern.

"Um die fünf Wochen Trainingspause zu kompensieren, brauche ich mindestens ein halbes Jahr intensiver Vorbereitung. Danach könnte ich wohl wieder mein Niveau von Peking erreichen", schildert Matthias Steiner seine aktuelle Situation.

Ehrungen statt Training

Konzentriertes Hantelstemmen in der gewohnten Umgebung des Bundesleistungszentrums in Leimen ist für den 140-kg-Koloss allerdings nicht möglich, denn noch immer jagt eine Einladung die nächste, prägen Ehrungen und öffentliche Auftritte den Tagesablauf.

"Ich trainiere wenigstens fünfmal in der Woche. Immer dort, wo ich gerade bin. Ich fühle mit fit. Die Kraft verliert man halt nicht so schnell. Naja die Muskelspannung fehlt und da wäre das Risiko einer Verletzung sehr groß, wenn ich jetzt Wettkämpfe bestreiten würde", erzählt Steiner.

Betreuung per Telefon

Trainer Frank Mantek ist zumindest immer telefonisch im Bilde, auch wenn sein Musterschüler nun manchmal in Berlin, Köln oder im Chemnitzer Heimatverein übt.

"Er muss nicht immer zusehen. Er kann sich auch so auf mich verlassen, so wie ich mich immer 100 Prozent auf ihn verlassen kann. Egal was Herr Mantek mit mir in der Vergangenheit gemacht hat, alles war richtig."

Stolz auf die Medaille

Der hoch gelobte Coach, unter dessen Leitung deutsche Gewichtheber bisher insgesamt 105 internationale Medaillen (darunter Olympiagold von Steiner und Ronny Weller/1992 sowie 13 WM-Titel) eroberten, sieht sich selbst am Ziel eigener Träume.

"Einen Olympiasieger im Superschwergewicht zu formen - mehr geht im Gewichtheben nicht", erzählt der fast 50-Jährige. "Ich kann jeden Tag aufstehen und daran denken, dass ich der Trainer des Olympiasiegers bin."

Neues Selbstvertrauen am Rande

Mit dem Steiner-Coup im Rücken will der Cheftrainer des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG) die im deutschen Sport zuvor nur am Rand wahrgenommenen Hantelstemmer "als Team weiter nach vorne bringen". Bei den am 28./29. November in Rodewisch anstehenden deutschen Meisterschaften soll das neue Selbstvertrauen in Richtung London 2012 schon deutlich werden.

"Mantek wird die Operation London zielstrebig und erfolgreich angehen. Schließlich ist er einer der weltbesten Trainer", sagt BVDG-Präsident Claus Umbach.

Nächster Wettkampf bei "Arnie"

Matthias Steiner wird im Vogtland nur Zuschauer sein. Er reist gemeinsam mit Mantek zum ersten größeren Wettkampf seit dem Olympia-Triumph im März 2009 nach Columbus/Ohio.

Dort tritt der gebürtige Österreicher auf Einladung von Gouverneur Arnold Schwarzenegger beim vom fünfmaligen Mr. Universum initiierten "Arnold Sports Festival" im Gewichtheben an.

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