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Franke über Steiners Trainer Mantek (M.): "Er war der Zweithöchst-Gedopte der DDR-Geschichte" © imago

Nach der massiven Kritik von Doping-Experte Werner Franke an Steiner-Trainer Mantek schlägt der DOSB nun zurück.

Leipzig - Nach massiver Kritik des Doping-Experten Werner Franke am Umfeld von Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner haben sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) demonstrativ hinter den den Goldhelden von Peking und seinen Trainer Frank Mantek gestellt.

Franke wies postwendend die Kritik an seinen Vorwürfen zurück und nannte die DOSB-Kontrollen "notorisch unintelligent".

"Es ist für den DOSB nicht hinnehmbar, wenn ein Mitglied unserer Olympiamannschaft so verunglimpft und durch einen Generalverdacht beschädigt wird. Matthias Steiner hat sich von Anfang an dem Kontrollsystem der NADA unterworfen, und das ist eines der besten der Welt", sagte DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank.

Steiner gehöre dem Testpool an, dessen Mitglieder im Training am häufigsten kontrolliert werden: "Herr Franke hat Behauptungen aufgestellt und Rückschlüsse gezogen, ohne dass er die Vorwürfe konkret untermauern kann."

Umbach stellt sich vor Mantek

BVDG-Präsident Claus Umbach wies darauf hin, dass Steiner-Coach Frank Mantek "seit vielen Jahren Seite an Seite mit uns weltweit für einen sauberen Sport kämpft und international auch zahlreiche Vorschläge für bessere Dopingkontrollen im Gewichtheben eingebracht hat".

Es gäbe nicht den geringsten Grund, die Leistungen von Steiner und Mantek anzuzweifeln, sagte Umbach.

Die deutschen Gewichtheber hätten weltweit die höchste Kontrollrate vorzuweisen, und unter Manteks Führung habe es nie einen Dopingfall in der Nationalmannschaft gegeben.

Werner Franke erklärte nach dem Widerspruch von Schwank und Umbach, die DOSB-Kontrollen seien notorisch unintelligent und könnten nicht viel nachweisen.

"Der Zweithöchst-Gedopte in der DDR-Geschichte"

Mantek kenne die kurzen Wege zur Leistungssteigerung, darum habe er, Franke, seine Zweifel.Der Heidelberger Professor hatte zuvor erklärt, in Steiners Umfeld gebe es Personen mit Doping-Vergangenheit.

"Mantek war der Zweithöchst-Gedopte der DDR-Geschichte. Seine jetzige Ehefrau war auch vor einigen Jahren gesperrt. Da wird nur nicht drüber geredet. Anscheinend wird das im Gewichtheben als normal angesehen", so Franke.

Der Heidelberger Molekularbiologe sagte mit Blick auf das schlechte Image des Gewichthebens vor dem Doping-Hintergrund: "Da muss nur ein Deutscher mit romantischer Geschichte Gold gewinnen, und alle schweigen."

Teil eines DDR-Staatsplanthemas

Bundestrainer Frank Mantek wird in dem Enthüllungsbuch "Doping - Von der Forschung zum Betrug" von Franke-Ehefrau Brigitte Berendonk als Teil des DDR-Staatsplanthemas 14.25 ("Einsatz unterstützender Mittel") genannt.

Dort ist aufgeführt, dass der ehemalige Mantek-Schützling Gerd Bonk im Jahr seines WM-Goldes 1978 insgesamt 7600 Milligramm Oral-Turinabol, zwei Ampullen Wachstumshormone und sechs Ampullen Testosteronester erhalten habe.

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