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Phil Mickelson erkämpfte sich beim US-Masters 2004 und 2006 das begehrte "Green Jacket" © getty

Phil Mickelson hat es wieder nicht geschafft, die US Open zu gewinnen. Dennoch gibt es für ihn viel wichtigere Dinge im Leben.

Farmingdale/New York - Die Enttäuschung nach der vergebenen Siegchance währte bei Phil Mickelson nur kurz, vielmehr überwog die Sorge um seine krebskranke Frau Amy.

"Ich habe viel wichtigere Dinge vor mir", sagte der 43-jährige US-Golfprofi nach dem spannenden Finale bei der 109. US Open in Farmingdale/New York.

Trotz der Anfeuerung durch seine Fans musste der Publikumsliebling zum fünften Mal bei den US Open mit Platz zwei vorlieb nehmen - ein Rekord der etwas anderen Art.

Wie seine Landsleute David Duval und Ricky Barnes benötigte der Weltranglistenzweite Mickelson bei den von heftigen Niederschlägen mehrmals unterbrochenen "Regenspielen" 278 Schläge und hatte damit zwei Schläge Rückstand auf Überraschungssieger Lucas Glover, der seinen ersten Major-Triumph feierte.

"Ich musste viel kämpfen"

Im Endspurt war Mickelson die Luft ausgegangen.

Nach einem Eagle an der 13 war er mit Glover gleichgezogen, doch Bogeys an der 15 und 17 warfen den Linkshänder zurück. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich hatte viele Aufs und Abs, musste viel kämpfen. Es waren sehr emotionale Tage für mich", sagte Mickelson, der in seiner Karriere bereits drei Majors (US Masters und US-PGA-Championship) gewonnen hat.

Woods nicht in Form

Mit Golf ist für Mickelson jetzt erstmal Schluss, er will sich um seine Frau kümmern, die am 1. Juli mit ihrer Krebsbehandlung beginnt.

Anfang Juni war bei Amy Mickelson Brustkrebs diagnostiziert worden. Ein herber Schlag für die Familie, die sich stets als glückliche Einheit präsentiert hatte.

Immerhin lag Mickelson im Endklassement der US Open noch zwei Schläge vor US-Superstar Tiger Woods.

Der Weltranglistenerste blies zwar nach einer schwachen 74er-Auftaktrunde zur Aufholjagd, doch mit 280 Schlägen konnte der Kalifornier seinen Titel nicht mehr erfolgreich verteidigen und landete auf Rang sechs.

Glover mit nervenstarkem Finish

"Ich habe eine Menge zu tun", sagte der 14-malige Major-Sieger Woods, der die letzte US Open auf dem schweren Par-70-Kurs im Bethpage Park 2002 gewonnen hatte.

Vor allem haderte er mit den Putts: "Ich habe so viele Putts gebraucht. Die guten gingen nicht rein und die schlechten lagen zu weit weg."

Dafür bestach Lucas Glover mit einem nervenstarken Finish.

Mit nur einem Turniersieg aus 2005 angereist, sicherte er sich den dicksten Siegerscheck seiner Karriere, ausgestellt auf 1,35 Millionen Dollar (970.000 Euro). In der Weltrangliste katapultierte sich Glover außerdem von Platz 71 in die Top 20 auf Rang 18.

Bester Europäer ein Engländer

Dabei hatte erst eine Turnierpause den 29-Jährigen aus South Carolina im Vorjahr wieder in die Spur gebracht. Als die Ergebnisse immer schlechter wurden, ließ Glover Anfang September die Schläger in der Tasche.

Allmählich kam die Lust auf Golf zurück: "Als ich dann wieder mit dem Training begann, waren meine Erwartungen nicht mehr so hoch wie vorher."

Bester Europäer beim zweiten Major des Jahres war der Engländer Ross Fisher auf Platz fünf.

Der deutsche Hoffnungsträger Martin Kaymer (Mettmann) war am Samstag am Cut gescheitert. Der 24-Jährige wird ab Donnerstag seinen Titel bei der BMW International Open in München-Eichenried verteidigen. (Kaymer geht bei "Regenspielen" unter)

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