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Wegen seiner langen Abschläge hat Daly den Spitznamen "Long John" © getty

Nach drei Entziehungskuren und einer Sperre wegen einer Schlägerei krempelt der Paradiesvogel John Daly sein Leben um.

Von Conny Konzack

München - Das Stoppelhaar hellblond, die Wimpern pechschwarz gefärbt, die Kleidung kunterbunt:

Als sich Sport1.de vor den 21. BMW International Open der Top-Golfer in München-Eichenried mit dem Kalifornier John Daly traf, schmunzelte er selbst über seine Erscheinung.

Aber er steht dazu. Dieser Typ, der alle Bad Boys des internationalen Sports in den Schatten stellt - sei es Tennisrüpel John McEnroe, Formel-1-Lebemann James Hunt oder Basketball-Bösewicht Dennis Rodman - dieser Mann liebt ja schrille Auftritte im Leben. (Hier direkt zum zweiten Teil springen: "Ich wollte mein Leben nicht so einfach wegwerfen")

Drei Entziehungkuren, 17 Verkehrsdelikte

Eigentlich hat er ja schon zwei Leben gelebt - mit 43 stehen auf seiner "Lebens-Liste" bereits eine halbjährige Rekordsperre (weil er einen Fotografen verprügelte), zwei Majors-Siege, drei Alkohol-Entziehungskuren, vier Ehen, fünf Diäten, 17 Verkehrsdelikte und etwa 60 Millionen verzockte Dollars in Spielhöllen.

Im Sport1.de-Interview äußert sich John Daly zu Erziehung, Magenhalbierung, weggeworfenen Kippen und neuen Ambitionen.

Sport1.de: Herr Daly, was glauben Sie, warum mögen die Menschen Sie weltweit trotz Ihrer Eskapaden dennoch so gerne?

John Daly: Ich denke, weil ich bei all dem, was ich so im Leben angestellt habe, immer ehrlich war, alles zugegeben, nichts verschönert und unter den Tisch gekehrt habe.

Meine Mutter hat es mich so gelehrt. Junge, hat sie immer gesagt, sag grundsätzlich die Wahrheit. Danach habe ich gelebt und danach sollen auch meine drei Kinder leben.

Aber wenn ich Sie gleich bitten darf, nicht mehr so viel über die Vergangenheit zu reden. Ich habe mir geschworen, in der Gegenwart alles richtig zu machen und nur noch in die Zukunft zu schauen.

Sport1.de: Dann legen Sie mal los...Sie wirken körperlich wie runderneuert.

Daly: Ich fühle mich auch so. Jetzt hab ich schon 35 Kilo runter und will in den nächsten vier Wochen noch mal zwölf abnehmen. Die Magenoperation, bei der mein Magen durch ein Silikonband quasi halbiert wurde, hat bei mir bis jetzt gut funktioniert.

Ich hab sie auch schon meiner Tochter empfohlen, die leider auch übergewichtig ist. Aber ich kann natürlich nicht mehr so viel verschlingen wie früher, sei es Essen oder Getränke. Ich vermeide tunlichst Süßes und alle Kohlenhydrate. Mann, mir geht's von Tag zu Tag besser.

Ich hab ja die Hälfte meines Lebens diese ganzen überflüssigen Kilos mit rumgeschleppt. Nie wieder! Ich glaube, alle Übergewichtigen dieser Welt würden mir beipflichten.

Sport1.de: Vermissen Sie ihre Colas und die vielen Hamburger also nicht?

Daly: Doch, schon. Aber nur das Fleisch, nicht das Weißbrot... Und Cola vertrage ich zum Glück jetzt gar nicht mehr. Ich muss sagen: Dr. Jesse, die mich in Amerika operierte, hat einen guten Job gemacht.

Auch wenn die ersten Wochen mit all der Suppe, die ich essen musste, sehr sehr hart waren. Aber jetzt vertrage ich die 1200 Kalorien-Diät ganz gut. Die empfiehlt einem ja jeder Arzt.

>> Hier geht's zum zweiten Teil

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