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John Daly gewann in seiner Karriere bisher zwei Major-Turniere © getty

Im zweiten Teil des Interviews spricht John Daly über ein neues Golf-Gefühl, einen bestehenden Platzrekord und Psychologie.

Von Conny Konzack

München - 35 Kilo weniger, Suppe statt Cola - John Daly hat sein Leben umgekrempelt, und hofft jetzt auf die sportlichen Früchte.

Ein Turniersieg in München-Eichenried steht dabei nicht ganz oben auf der Wunschliste.

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht John Daily über ein neues Golf-Gefühl, seinen Platzrekord, seinen Psychologen und Fürsprecher in schlechten Zeiten.

Sport1.de: Wie hilft Ihnen nun diese drastische Lebensveränderung sportlich?

Daly: Schauen Sie meine Ergebnisse in Europa an, wo ich ja während meiner Sperre der Profivereinigung PGA spielen konnte: Ich war Zweiter in Italien und habe viele Top-Ten-Plätze erzielt.

Meine Drives sind noch besser geworden, weil ich mich mehr drehen kann. Obwohl auch mit dem dicken Bauch ganz gut abgeschlagen hatte. Nur meine Putts gefallen mir noch nicht so. Ich habe vor den BMW Open schon drei verschiedene Putter ausprobiert, aber da hapert mein Spiel noch etwas.

Sport1.de: Dennoch zählt Sie der deutsche Golf-Guru Bernhard Langer neben Titelverteidiger Martin Kaymer und den vielen Ex-Siegern von München zu den Favoriten des Turniers.

Daly: Ja, der Bernhard, der hat immer zu mir gehalten, egal, was ich angestellt habe, hat er mich immer zu seinem Turnier eingeladen. Aber Siegen in München? Mann, das wird hart. Ich habe erst 80 Prozent meines Leistungsvermögens. Aber wer weiß... Seit meinem Sieg hier 2001 liebe ich diesen Platz. Das geht jedem Golfer so: Wo man mal gut gespielt hat, da zieht's einen gerne wieder hin. Und München hat mir immer gut gefallen.

Sport1.de: Sie halten hier seit 2001 immerhin noch den Platzrekord mit 261 Schlägen...

Daly: Was? Der besteht immer noch? Kaum zu glauben, bei all den super Youngsters, die jetzt auf der Tour sind.

Sport1.de: Und Ihre drei Flight-Partner vom ProAm-Turnier loben Sie über den grünen Klee. Außer, dass Sie Ihre Kippen immer noch so wegschmeißen...

Daly: Ja, ein Laster darf ich doch noch behalten, oder soll ich mir jetzt das Rauchen auch noch abgewöhnen? Haben Sie noch eine positive Frage?

Sport1.de: Und ob! Sie fallen nicht nur durch weniger Bauch, Ihrem Haarschnitt und den riesigen Sonnenbrillen, sondern vor allem durch Ihre wirklich quietschigen Outfits auf, die sie ja sogar beim Masters in Augusta, als sie noch gesperrt waren, vor den Toren des Golfclub eigenhändig aus dem Wohnmobil verkauft haben.

Daly: Ja, das war bei meiner Sperre das Positive: Da kamen derart viele Menschen, die mich begrüßt haben und mir alles Gute gewünscht haben. Und ich muss sagen: Meine Bekleidungslinie läuft auch sehr, sehr gut.

Wir haben im Mai 78 Prozent Plus gemacht. Die Sachen sind ja auch lustig. Mal was anderes. Schauen Sie sich doch mal die Kollegen draußen an: die sehen in ihrem Grau, Blau und Schwarz doch alle gleich aus. Meine Klamotten verschönern jedenfalls meine Tage...!

Sport1.de: Sie haben also auch optisch Farbe ins Spiel gebracht. Wie viele Ihrer bunten Hosen haben Sie denn in München dabei?

Daly: So etwa 20 bis 25. Ich entscheide jeden Morgen spontan, welche ich anziehe. Im Herbst wird die Kollektion wieder verändert.

Sport1.de: John, welchen Menschen verdanken Sie denn vor allem Ihr neues Leben?

Daly: Einmal meiner Freundin Anna, die sich freut, dass die vielen Glückwünsche der Menschen mein Selbstbewusstsein stärken. Das hat auch meine neuer Trainer Rick Smith geschafft, mit dem ich unheimlich hart gearbeitet habe. Ich nehme diese Art Comeback sehr ernst.

Und dann hat mir mein Psychologe Harold Shinitzky geholfen, der ganz schnell kapiert hat, dass mich alles Negative nur runterzieht. Er hat mich super aufgebaut. Mann, ich greife noch mal an. Das Größte wäre, wenn ich hier in München gut abschneide und im Juli bei den British Open in Turnberry meinen dritten Major-Titel hole!

Ich liebe diesen Sport, der mein Leben bedeutet. Das wollte ich nicht so einfach wegschmeißen. Deshalb habe ich mich für dieses neue Leben entschieden.

Hier geht's zum ersten Teil

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