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Routinier Bernahrd Langer liegt nach zwei Runden in München auf dem achten Platz © getty

Bei den BMW International Open glänzt nur Altmeister Bernhard Langer ? und denkt schon an die deutsche Ryder-Cup-Bewerbung.

Von Conny Konzack

Für Martin Kaymer war es wohl die schwerste Niederlage seiner jungen Karriere.

Bei den BMW International Open verpasste der Sieger von 2008 mit nur einem Schlag unter Par nach zwei Runden den Cut. (Kaymer enttäuscht - Langer überrascht)

Mit ihm fielen elf weitere Deutsche aus den Endrunden des 2-Millionen Euro-Turniers.

Kaymer war maßlos enttäuscht über seine Leistung. "Es lief nichts. Schon auf den ersten neuen Löchern musste ich sogar die Pars retten, Birdies wollten einfach nicht fallen und es war sogar ein Drei-Putt dabei. Dabei ist der Golfplatz in Eichenried eigentlich nicht schwer, aber es hat einfach nichts gepasst", sagte er.

Kaymer steckt seine Hoffnungen jetzt in die French Open nächste Woche bei Paris und Mitte Juli auf die British Open in Turnberry: "Die deutschen Fans können mich erst wieder im September bei Bernhard Langers Turnier in Köln sehen."

Langer will "den Jungen Paroli bieten"

Doch nicht nur Kaymer erging es am zweiten Tag in München miserabel: Auch Alex Cejka (-2), Marcel Siem (Par), Marcel Haremza (-2), Tino Schuster (-1), Florian Fritsch (+1), Stephan Gross (+ 4), Richard Porter (+ 5), Sven Strüwer (+ 8), Daniel Froreich (+9) und Amateur Martin Keskari (+15) sind in der Wochenendrunde der besten 78 nicht mehr dabei.

Von 13 Deutschen blieben nur noch zwei: Der 25 Jahre aöze Frankfurter und ehemalige internationale deutsche Amateurmeister Max Kramer (-4) und Altstar Bernhard Langer (-8), der hinter dem Führenden Retief Goosen (Südafrika) an achter Stelle liegt und "den Jungen noch einmal Paroli bieten" möchte.

Beckenbauer als Vorbild

Der 51-Jährige, der am Montag in München vom Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer mit dem Sportpreis geehrt wird, spielte nicht nur gut, sondern begab sich gestern auch in die Sport-Politik. (Bernhard Langer im Sport1.de Interview)

Als Botschafter für den Ryder Cup, der drittgrößten Sportveranstaltung der Welt, macht er sich für eine Bewerbung für 2018 stark. Zusammen mit dem deutschen Golfverband und der Ryder Cup Deutschland GmbH, in der auch sein Bruder Erwin als Beiratsmitglied eine wichtige Rolle spielt, will Langer "so eine Rolle wie Franz Beckenbauer bei der Fussball-WM" spielen.

Bis dahin sei es allerdings noch ein weiter Weg: "Erstmals müssen wir Mitte Juli unter sechs deutschen Bewerbern den mit den besten Chancen heraussuchen und dann wird im April 2010 das Ryder-Cup-Komitee erstmal entscheiden, ob Deutschland überhaupt den Zuschlag bekommt."

"Ich spüre große Bereitschaft"

Bis auf das spanische Valderama 1997 sind bis 2014 nur britische oder irische Austragungsorte dran gekommen oder vorgesehen. Deshalb sei es "2018 wirklich mal wieder an der Zeit, dass dieses Großereignis auf dem Festland stattfindet", erklärte Langer.

Deutschland haben mit zwei Millionen Golfern eine starke Lobby: "Hoffentlich reicht unsere Bewerbung. Die Sponsoren aus der Industrie, die Städte, Länder und die Regierung müsse mitmachen, sonst haben wir wenig Chancen. Aber ich spüre große Bereitschaft. Alleine kann ich den Ryder Cup nicht nach Deutschland holen. Das hat ja Franz Beckenbauer bei der WM auch nicht alleine geschafft."

Den Ryder Cup immer im Kopf

Ob Langer selbst 2018 - dann mit 61 Jahren - noch dabei sein wird?

"Warum nicht? Ich war als Spieler zehn Mal und als Kapitän einmal dabei. Vielleicht bin ich dann noch so fit, dass ich das noch einmal mache. Das Ziel Ryder Cup geht mir nicht aus dem Kopf", sagte er Sport1.de.

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