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Berhard Langer hat seinen Sohn immer als Caddy dabei © getty

Der Routinier hat bei den BMW International Open alle Chancen, den Sieg zu holen. Er liegt nur zwei Schläge hinter der Spitze.

Von Conny Konzack

"Je oller, desto doller!" Gegen diesen Spruch hat Bernhard Langer, sonst eher mit Sprüchen zurückhaltend, nun nichts mehr:

Am dritten Tag der BMW International Open in München Eichenried spielte sich der Augsburger mit Wohnsitz in Florida mit sensationellen sieben Birdies und nur zwei Schlägen Rückstand auf den zweiten Rang hinter dem Südafrikaner Retief Goosen.

Langer überrascht sein Erfolg nicht: ?Einer der Gründe, warum ich als ältester Teilnehmer hier so gut bin, ist zum einen meine Fitness und zum anderen der Spaß, den ich immer noch am Golfen habe.?

Schon fünfmal zweiter

Der 51-jährige landete während seiner langen Karriere bei 19 Versuchen bereits fünfmal auf dem zweiten Platz bei seinem Heimspiel in München.

Doch selten war die Chance so groß, das Turnier zu gewinnen: Am Sonntag geht er gegen Goosen in die Finalrunde um die 333.330 Euro Preisgeld.

Der Augsburger, der seinen Sohn Stefan als Caddy mit dabei hat, äußert sich vor dem "Showdown" bei Sport1.de(Bernhard Langer im Sport1.de Interview):

"Ich habe wahrscheinlich deswegen so viel Spaß am Golfen, weil ich weiß, dass ich dazu auf professioneller Basis nicht mehr allzu viel Zeit habe. Vielleicht nur noch zwei oder drei Jahre. Und Spaß macht locker und tut meinem Spiel gut."

Der Routinier sei zwar immer noch sehr ehrgeizig, aber wenn die Stimmung im Flight nicht so verbissen ist, spiele es sich einfach leichter.

Als Beispiel dafür nennt Langer den Samstag-Flight mit seinen seit Jahren geschätzten Kollegen Angel Jimenez (45) und Thomas Levet (40):

"Alle hatten Spaß, weil wir uns selbst darüber lustig gemacht haben, wohl der älteste Flight gewesen zu sein, der je auf der Tour spielte.?

Auch führende Südafrikaner Goosen ist mit 40 bereits doppelt so alt wie der irische Nachwuchs-Star Rory McIlroy, der den dritten Tag der BMW Open nur auf dem geteilten neunten Rang beendete.

Nur 14 Profi-Golfer über 40

Insgesamt spielen auf der gesamten Profi-Tour nur 14 Golfer über 40 mit.

Bernhard Langer erklärte seine Super-Runde in München so:

"Eine 65er Runde zu spielen ist natürlich immer toll, egal auf welchem Golfplatz dieser Welt. Aber ich muß auch sagen: Mein Putter war heute richtig heiß. Was mir an Loch 16 beim Birdie gelang, war einmalig: ich habe aus etwa 24 Metern eingelocht. Das passiert einem Golfer in seiner Karriere nicht so oft. Da kam Freude auf."

Nach dieser klasse Vorstellung hat Langer mit 201 Schlägen den Rückstand auf die Spitze um zwei Schläge verkürzt.

Zeit zum Ausruhen blieb aber keine, denn die Konkurrenz ist nach wie in Lauerstellung: Nick Doherty aus England (202 Schläge), David Drysdale (Schottland/202) sowie James Kingston (Südafrika/203) und Sören Kjeldsen (Dänemark/203) sitzen Langer im Nacken.

Kramer abgeschlagen

Max Kramer aus Fulda, neben Langer der einzige von ursprünglich 13 gestarteten Deutschen, der am Samstag noch im Rennen war, fiel mit einer 73er-Runde auf den geteilten 58. Platz zurück. Der 25-Jährige hat nun insgesamt 213 Schläge auf dem Konto.

Für Langer ging nach der Runde direkt weiter zum Training, denn Langer würde es sehr viel bedeuten bei seinem Heimspiel zu gewinnen:

"Ich musste mit meinem Trainer Willi Hoffmann noch etwas üben ? es gibt immer was zu verbessern. Wenn die Hüfte nur zwei Zentimeter nicht so dreht, wie es sein muß, geht der Ball gleich 20 Meter von der Linie weg." sagte Langer Sport1.de

Bei einer solchen Einstellung wundert es wenig, warum gestern niemand mehr nach Titelverteidiger Martin Kaymer rief (Kaymer enttäuscht - Langer überrascht).

Goosen beeindruckt

Auch Retief Goosen ist von Langer beeindruckt: ?Bernhard ist ein Wunder. Er ist immer noch topfit und ich freue mich richtig auf diesen Super-Sunday. Bei all den Golfrunden, die wir schon in diversen Turnieren gespielt haben, kann ich mich nicht mehr an eine gemeinsame Runde um den Sieg erinnern."

Die Zuschauer werden sicherlich gespannt verfolgen, wer von beiden am Ende die Oberhand behalten wird.

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