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Marcel Siem spielt seit dem Jahr 2000 professionell Golf © getty

Nachdem Altmeister Bernhard Langer seine Titelträume in Pulheim früh begraben muss, spielen sich zwei andere ins Rampenlicht.

Von Conny Konzack

Pulheim - Ein gemeinsames Abendessen am Tag zuvor war die Einstimmung zur Top-Leistung.

Golf-Ass und Shootingstar Martin Kaymer und sein rheinischer Landsmann Marcel Siem beschlossen das Essen, nachdem sie erfuhren, dass sie bei den Mercedes-Benz Championships in Köln-Pulheim am letzten Tag gemeinsam in einem Flight spielen.

Und so harmonisch, wie das Essen verlief, war auch die Golfrunde: Beide Deutschen steigerten sich gegenüber dem Turnierbeginn enorm und landeten unter 78 Teilnehmern zusammen mit Vorjahressieger Sören Hansen auf dem geteilten achten Platz.

Riesiger Sieger

Umjubelter Sieger jedoch: der mit 1.96 m größte Golfprofi Robert Karlssson.

Der Schwede, Mitglied des europäischen Ryder-Cup-Teams, das ab Freitag in Valhalla /Kentucky (USA) den Cup verteidigen will, gewann mit 13 Schlägen unter Par vor dem Italiener Francesco Molinari (- 11), Ex-US-Open-Sieger Michael Campbell und Publikumsliebling Angel Jimenez (je - 9).

Kaymer zufrieden

Kaymer nach seinem Heimatturnier: "Es hat riesig Spaß gemacht, mit Marcel zu spielen. Ich wollte nach meinem schlechten Start am ersten Tag unbedingt noch unter die Top Ten kommen. Nachdem ich eine kleine Durststrecke im Sommer hatte, geht's wieder nach oben."

Siems Aufschwung ist übrigens dem gemeinsamen Trainer Günther Kessler aus Hummelbachaue bei Neuss zu verdanken:

"Er hat meinen Schwung total umgestellt, das hätte ich schon vor zwei Jahren machen sollten. Der Flight mit Martin hat tierisch Spaß gemacht. Wir haben viel gelacht, uns bei einem Birdie abgeklatscht und ich freue mich, jetzt einen Riesenschritt zum Masters im spanischen Valderrama gemacht zu haben. Ich danke den Gebrüdern Langer, dass sie mich eingeladen haben. Das Kölner Turnier ist zusammen mit dem Münchner eines der besten auf der Tour."

Karlsson und die Windpocken

Sieger Karlsson meinte mit einem Schmunzeln: "Irgendwie haben die Windpocken meiner Kinder doch etwas Gutes gehabt: Ich konnte mal zwei, drei Wochen vom Golfen total abschalten und war jetzt wieder richtig heiß darauf, zu spielen. Mein Sieg gibt mir große Zuversicht, dass wir unseren Titel von 2006 mit dem Europa-Team gegen die Amerikaner verteidigen."

Und so ganz nebenbei dürfte sich der sympathische Schwede, der mit Johann Elliot übrigens vom gleichen Manager wie Kaymer betreut wird, über die 320 000 Euro Siegprämie gefreut haben.

Zumal es noch einen schmucken Mercedes GLK dazu gab. Karlsson: "Das trifft sich doppelt gut, weil ich meinen alten Wagen sowie verkaufen wollte."

Kaymer: "Bin bei Ryder Cup nur Gast"

Kaymer, der Nachfolger Bernhard Langers als bester deutscher Golfer, will am Montag bei seinem Flug zum Ryder Cup USA ? Europa ? dem immerhin drittgrößten Sportereignis der Welt ? in Valhalla (Kentucky/USA) seine Golfschläger nicht mitnehmen.

"Ich bin ja nur Gast von Teamchef Nick Faldo", sagt der Sieger der Abu Dhabi und München, der seinen sicher geglaubten Platz im Europa-Team knapp verpasste.

Kaymer sollte seine Schläger jedoch besser mitnehmen, denn wenn sich einer der zehn Gesetzen verletzt oder krank wird, würde er nachrücken. Der Youngster meinte aber fair und gelassen: "Ich wünschen keinem meiner Kollegen einen Ausfall. Aber meine Schläger wären auch schnell eingeflogen..."

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