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Kaymer (l.) muss bei Langers Turnier wegen eines Mittelfußbruchs passen © getty

Das diesjährige Turnier der Langer-Brüder findet ohne Martin Kaymer statt. Große Namen Veranstalter mit großen Namen auffahren.

München - Golfidol Bernhard Langer und sein Bruder Erwin haben zum 22. Mal seit 1987 die Weltelite geladen - doch nach der Mercedes-Benz-Championship ab Donnerstag in Pulheim könnte der vorerst letzte Vorhang fallen.

Die Marke mit dem Stern wird zum letzten Mal als Titelsponsor fungieren, und ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

"Wir haben Gespräche geführt, es ist noch Hoffnung da. Aber die wirtschaftliche Situation ist schon hart. Die Notwendigkeit zum Sparen ist da", erklärt Chef-Organisator Erwin Langer.

"Vielleicht wird die Pause länger"

Die Situation ist für den umtriebigen Schwaben nichts Neues.

Schon 2006 fiel das Turnier nach dem Ausstieg von Sponsor Linde aus, ehe Mercedes-Benz ab 2007 für drei Jahre übernahm.

"Die Verhandlungen können noch Wochen oder Monate dauern. Vielleicht gibt es wieder eine Pause wie 2006, vielleicht aber wird die Pause auch länger", sagt Erwin Langer, der vom massiven Einbruch der Weltwirtschaft ebenfalls überrascht worden war: "Die Welt ist so kurzlebig geworden, letztes Jahr waren noch alle froh."

Langer einmal mehr das Zugpferd

Lange will sich Erwin Langer nicht mit der Zukunft aufhalten, im Mittelpunkt steht für ihn das Turnier ab Donnerstag, bei dem sein Bruder wieder einmal das große Zugpferd sein wird.

Die Europa-Auftritte des inzwischen 52-Jährigen Bernhard Langer, der erfolgreich in den USA auf der Senior-Tour spielt und dort nach vier Turniersiegen die Geldrangliste anführt, sind inzwischen selten geworden.

So wird der zweimalige US-Masters-Sieger, der sein eigenes Turnier bereits viermal gewann (1989, 1991, 1997 und 2001), auf seinen Runden erneut von einem großen Pulk begleitet werden.

Ohne Cut nach dem Prinzip "Winners Only"

Und zwar an allen vier Tagen, denn die mit 2,0 Millionen Euro dotierte Veranstaltung wird erneut nach dem Prinzip "Winners Only" ausgetragen. So werden die 78 Spieler im Feld ohne Cut spielen, für die Fans ist dies ein besonderer Anreiz.

Die Zuschauer werden auch in diesem Jahr ein erlesenes Spielerfeld präsentiert bekommen, das sich um den Siegerscheck über 320.000 Euro streitet. Am Start sind 23 Saisonsieger der Europa-Tour. Von den Top 30 der europäischen Rangliste sind 18 dabei, fünf aus den Top 10.

An den Abschlag wird auch Titelverteidiger Robert Karlsson (Schweden) gehen, der den Langers nach längerer Verletzungspause grünes Licht gab.

Auch der Ryder-Cup-Kapitän ist dabei

Weitere ehemalige Sieger im Golfclub Gut Lärchenhof sind neben Hausherr Bernhard Langer auch Sören Hansen (Dänemark), Michael Campbell (Neuseeland) und der kommende europäische Ryder-Cup-Kapitän Colin Montgomerie (Schottland).

Sollte Bernhard Langer das Kunststück schaffen, zum fünften Mal zu siegen, wäre er der mit Abstand älteste Sieger auf der Europa-Tour.

Dies ist bislang der Ire Des Smyth (48 Jahre und 34 Tage).

Kaymer fehlt

Nicht zu sehen bekommen die Fans den deutschen Aufsteiger Martin Kaymer.

Der 24-Jährige hatte Ende August in seinem Urlaub in Scottsdale/Arizona bei einem Unfall auf einer Kartbahn einen Mittelfußbruch erlitten und muss eine sechswöchige Zwangspause einlegen.

"Schade, er wäre ein toller Name gewesen, man hätte ihm hier einiges zutrauen können", sagte Erwin Langer.

Wildcard für Fritsch

Und so ruhen die deutschen Hoffnungen neben Bernhard Langer auf US-Tourspieler Alex Cejka und Lokalmatador Marcel Siem.

Hinzu kommt Jungprofi Florian Fritsch, der eine von sechs Wildcards erhielt.

Der 24-Jährige spielt derzeit auf der zweitklassigen Challenge-Tour und hat in seinem ersten Profijahr bereits die große Chance, sich für die Europa-Tour zu qualifizieren.

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