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Marcel Siem gewann 2006 zusammen mit Bernhard Langer den World Cup © getty

Bernhard Langer, Alex Cejka und Marcel Siem verbessern sich auf ihren Schlussrunden in Puhlheim. Kingston siegt im Stechen.

Pulheim - Einen versöhnlichen Abschluss feierten die deutschen Golfprofis um Aushängeschild Bernhard Langer bei der Mercedes-Benz-Championship in Pulheim.

Während Mitorganisator Langer mit seiner besten Turnierrunde von 68 Schlägen noch auf den 24. Platz vorrückte, überzeugten Alex Cejka als 10. und Marcel Siem auf Position 12.

Der Sieg bei der mit 2,0 Millionen Euro dotierten Veranstaltung auf Gut Lärchenhof ging an den 43-jährigen Südafrikaner James Kingston, der sich im Stechen am ersten Extra-Loch mit einem Par an der 18 gegen den zuvor mit 275 Schlägen schlaggleichen Dänen Anders Hansen (Bogey) durchsetzte.

Kingston kassierte für seinen zweiten Erfolg auf der Europa-Tour nach 2008 (Südafrika Open) 320.000 Euro, Hansen musste sich mit 100.000 Euro weniger trösten.

Langer verpasst Rekordsieg

Die Chance, in Pulheim Golf-Geschichte zu schreiben, hatte Bernhard Langer mit seinem schwachen Start (71+75) bereits früh vergeben.

Probleme mit dem Schwung warfen den Schwaben aussichtslos zurück.

Mit einem fünften Erfolg bei seinem eigenen Turnier wäre der 52-Jährige ältester Sieger der Europa-Tour geworden. Der Ire Des Smyth hält seit seinem Erfolg 2001 bei der Madeira Island Open den Siegrekord mit 48 Jahren und 34 Tagen.

Es wäre noch mehr drin gewesen

Erst am Wochenende kam der zweimalige US-Masterssieger in Fahrt und verbesserte sich mit zwei ordentlichen Runden und insgesamt 284 Schlägen noch vom 59. auf den 23. Rang, für den er noch 19.000 Euro kassierte.

"Heute habe ich wieder besseres Golf gespielt und auch meinen Schwung wieder gefunden. Leider sind einige Putts nicht gefallen, sonst wäre sogar eine 65 oder sogar 64 möglich gewesen", sagte Langer nach der Schlussrunde.

Cejka zufrieden mit Top-10-Platzierung

Auch Alex Cejka und Marcel Siem trauerten ihren vergebenen Chancen nach. Dabei konnte sich der gebürtige Tscheche Cejka, der normalerweise auf der US-Tour spielt, mit 280 Schlägen noch über ein Top-10-Resultat und einen Scheck über 38.400 Euro freuen.

"Aber wenn man an den ersten beiden Tagen nur insgesamt sechs Fairways trifft, kann man nicht zehn unter Par spielen. Daher bin ich mit dem Top-10-Resultat sehr zufrieden", sagte Cejka.

Risiko wird nicht belohnt

Knapp hinter Cejka landete Marcel Siem (281), der sich auf der Schlussrunde (69 Schläge) nach einer vergebenen Birdie-Chance an der 13 prompt an der 14 ein Doppel-Bogey einhandelte.

"Da wollte ich mit dem Abschlag alles riskieren. Damit habe ich mir ein besseres Ergebnis verbaut", sagte Siem, der 32.400 Euro erhielt und damit einen Schritt in Richtung Tour-Karte für 2010 machte.

Langer hält viel von Fritsch

Jungprofi Florian Fritsch, der auf der Schlussrunde gemeinsam mit Bernhard Langer spielte, landete nach einer 75er-Runde mit 291 Schlägen auf dem 60. Platz (5300 Euro).

Langer meinte zum jungen Heidelberger, der sich über die Challenge-Tour für die große Tour qualifizieren will: "Er hat sehr solide begonnen und gutes Golf gespielt. Leider hat er gegen Ende der Runde durch einige unnötige Fehler ein besseres Ergebnis vergeben. Aber wenn er konzentriert und mit dem richtigen Trainer weiterarbeitet, hat er große Chancen, sich auf der Tour zu etablieren."

Möglicherweise das letzte Mal

Das 22. Turnier der veranstaltenden Langer Brüder Bernhard und Erwin könnte auch das letzte gewesen sein.

Titelsponsor Mercedes-Benz hatte den 2009 auslaufenden Drei-Jahres-Vertrag nicht mehr verlängert. Seitdem suchen die Langers einen neuen Geldgeber, um die bei den Spielern beliebte Konkurrenz vor den Toren Kölns weiterhin durchführen zu können. Bereits 2006 war das Turnier einmal ausgefallen.

"Vielleicht müssen wir 2010 wieder für ein Jahr pausieren. Vielleicht dauert die Pause aber auch länger", sagte Erwin Langer. Man verhandele mit mehreren Kandidaten, entschieden sei aber noch nichts, "das kann noch Wochen oder Monate dauern."

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