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Michael Weichselgartner will den Ryder Cup nach München holen © getty

Im Interview mit Sport1.de spricht Golf-Unternehmer Michael Weichselgartner über seinen Lebenstraum, der 2018 wahr werden könnte.

Von Conny Konzack

München - Ab Freitag steht für die Golf-Anhänger in Deutschland eine wichtige Entscheidung an:

Erstmals in der Geschichte des traditionellen Ryder Cup zwischen Europa und Amerika hat Deutschland die Chance auf die Ausrichtung dieses drittgrößten Sportereignisses der Welt - mit TV-Übertragungen in über 500 Millionen Haushalte und 180 Ländern.

Bevor aber die europäischen Länder bis Frühjahr 2010 ihre Bewerbung abgeben müssen, gehen sechs deutsche Golfanlagen in die nationale (Vor-)Wahl:

Berlin/Scharmützelsee, die zwei Golfanlagen Gut Kaden und Green Eagle bei Hamburg, Schloss Beberbeck bei Kassel, der Wittelsbacher Golfclub Rohrenfeld bei Neuburg a.d.Donau und Golf Valley bei Holzkirchen südlich von München.

Bei letztem Bewerber ergaben sich kurz vor Bewerbungsschluss am 25. September wichtige personelle Veränderungen.

Der Münchner Golf-Unternehmer Michael Weichselgartner, der sich mit dem 2009 fertiggestellten Championship-Platz den (Lebens-)Traum vom Ryder Cup erfüllen möchte, zieht sich zurück. Im Interview mit Sport1.de erklärt der 57-Jährige die Gründe.

Sport1.de: Herr Weichselgartner, die wichtigste Frage gleich vorweg: Bleibt die Ryder Cup-Bewerbung von Valley bestehen?

Weichselgartner: Selbstverständlich! Ich bleibe ja auch Eigentümer meines Golfplatzes, werde mich aber jetzt recht zeitnah aus dem operativen Geschäft zurückziehen und dies einem professionellem Management-Team übergeben, das die Anlage - zunächst mit einem befristeten Vertrag bis 2018/2019 - in meinem Sinne weiterführt. Das war übrigens von Anfang an mein Plan, ebenso eine Verpachtung meiner Anlage.

Sport1.de: Was macht Sie so zuversichtlich, dass "Golf Valley München" als deutscher Bewerber den Zuschlag bekommen wird?

Weichselgartner: Zum einen, weil wir eine der modernsten Golfanlagen Europas geschaffen haben, und zum anderen, weil ich mir von Anfang an, seit meiner ersten Idee von einer bedeutenden internationalen Golfanlage, die wichtigsten Entscheider im europäischen Golfsport als Ratgeber hinzu gezogen hatte und dies auch immer noch tue - von Richard Hills bis zu Stuart O'Grady, dem Chef der European Tour. Alles, was wir gemeinsam erarbeitet haben, zielt darauf hin, 2018 möglicherweise den Ryder Cup ausrichten zu dürfen.

Sport1.de: Glauben Sie denn, dass Deutschland gegenüber Frankreich, Portugal, Schweden, Holland und Spanien überhaupt die Ausrichtung für 2018 bekommen wird?

Weichselgartner: Davon bin ich überzeugt, weil dieses weltweit bedeutendste Golf-Ereignis bis auf eine einzige Ausnahme, 1997 im spanischen Valderrama, bisher immer nur in Großbritannien durchgeführt wurde - in England, Wales, Irland, oder Schottland. Und Deutschland hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten als Golf-Standort stark entwickelt, unser Land hat zudem genug Wirtschaftskraft, so ein Großereignis wie den Ryder Cup zu stemmen. Und last but not least ist Bernhard Langer als der "Beckenbauer des deutschen Golfsportes" der beste Botschafter.

Sport1.de: Was zeichnet denn Golf in Valley überhaupt aus?

Weichselgartner: Sportlich gesehen alles, was den modernen Golf-Profis an Längen und Schwierigkeiten abverlangt werden kann. Unser Platz garantiert mit über 7300 Metern Gesamtlänge, dem mit über 600 Metern längsten Loch Europas und einer Zuschauerkapazität von 70000 allerbeste Voraussetzungen für spannendes Profi-Golf. Aber ebenso für Amateure und Hobbygolfer, obwohl in Valley sicher nie ein Golf-Massentourismus stattfinden wird. Bis 2012 wird die schon bestehende 27-Loch-Anlage um weitere neun Löcher erweitert. Landschaftlich betrachtet ermöglicht die von uns angelegte Magerwiese, dass sich die Natur selbst entwickeln kann. Das braucht natürlich seine Zeit, aber in ein paar Jahren entsteht in Golf Valley eine traumhafte Atmosphäre zwischen sportlichem Reiz und der Natur - nicht zuletzt auch wegen des einmaligen Blickes auf die Alpen im südlichen Hintergrund.

Sport1.de: Und das alles wollen Sie nicht mehr miterleben?

Weichselgartner: Doch, doch! Ich fiebere nicht nur der nationalen, sondern auch der internationalen Entscheidung schon von Tag zu Tag mehr entgegen. Aber schauen Sie: Seit Beginn der Bauarbeiten sind meine Frau Sandra und ich oft von morgens bis abends in Valley. Wir hatten kaum Zeit, das Leben zu genießen. Das wollen wir jetzt vermehrt tun. Ich bin sehr stolz darauf, was in Valley geschaffen wurde und habe mir jetzt ein Experten-Team geholt, damit die Anlage in meinem Sinne professionell weiter geführt wird.

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