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Nick Faldo (r.) ist 1997 in die "Golf Hall of Fame" aufgenommen worden © getty

Europas Kapitän Nick Faldo will beim Ryder Cup nicht nur die Fans beeindrucken. Er muss sich an den Erfolgen seiner Vorgänger messen.

Von Klaus Wäschle und Conny Konzack

München/Valhalla - Nick Faldo hat eine große Aufgabe vor sich.

Der englische Kapitän des europäischen Teams soll beim 37. Ryder Cup im Golfclub von Valhalla in Louisville/Kentucky für den vierten Erfolg in Serie sorgen.

Zur Seite wird ihm dabei nun Ersatzmann Martin Kaymer stehen.

"Ich kann ihn hier mit Aufgaben betrauen. Er kann einen Flight begleiten und mir Informationen liefern. Das ist zwar keine offizielle Rolle, aber er wird mir und uns allen helfen", erklärte der Engländer Faldo vor dem prestigeträchtigen Erdteilkampf zwischen Europa und den USA.

Erinnerungen an 2004

Der alle zwei Jahre ausgetragene Ryder Cup im Golfsport wird vom Freitag bis Sonntag Millionen Fans elektrisieren.

Und viele deutsche Fans fühlen sich jetzt schon an 2004 erinnert, als Bernhard Langer - auch auf des Gegners Platz ? in Detroit mit seinem Team gewann. Jetzt will das sein Nachfolger Faldo probieren.

Platzbesichtigung in Valhalla

Natürlich war es seine eigene Taktik, am ersten Trainingstag zum Ryder Cup 2008 im Valhalla Golfclub, Louisville/Kentucky, jeweils drei Spieler auf die Runde zu schicken. Sie sollten ganz einfach den Platz kennenlernen und nicht gleich am ersten Tag Matchplay trainieren.

So zumindest die offizielle Aussage des europäischen Team-Kapitäns Nick Faldo. Aber jeder, der vor vier Jahren das Auftreten der europäischen Spieler unter dem damaligen Kapitän Bernhard Langer gesehen hatte, fühlte sich an den Cup vor vier Jahren erinnert.

Autogramme für die Fans

Die europäischen Golfstars gingen am Rand der Bahnen entlang, gaben unzählige Autogramme und ließen sich mit den Zuschauern fotografieren.

Auch die Titelseiten der lokalen Tageszeitungen, die unter anderem einen lachenden Team-Leader Sergio Garcia beim Autogramme schreiben zeigen, könnten auch schon vor vier Jahren aufgenommen sein.

Ziel von Langer war 2004, die Sympathie für sein Team zu gewinnen, was ihm letztlich überzeugend gelang.

Sympathien für die Europäer

Und Faldo? Er sagte unmittelbar nach Eintreffen in Louisville, die Sympathien unter den Zuschauern seien mit 80:20, allenfalls 75:25 für die amerikanischen Spieler verteilt. Kein Wunder, dass er gleiche Wege wie Langer beschreitet, um dieses Verhältnis zu Gunsten der Europäer zu verbessern.

Aber natürlich würde er dies nie bestätigen, zu wenig verbindet zwei der überragenden europäischen Golfprofessionals miteinander. Vor Langers Triumph in Detroit hatte ihn der elfmalige Ryder-Cup-Spieler Faldo immer wieder kritisiert. Nach dem Erfolg war es natürlich still, gab dem deutschen "Mr.Golf" recht.

Kritik an Faldo

Jetzt steht Faldo unter Druck, Langers Sieg und den von Ian Woosnam 2006 in Irland zu wiederholen. Nicht zuletzt die Entscheidung, dem Helden von 2006, Darren Clarke, keine Wildcard zu geben, brachte ihm viel Kritik ein.

Und Langer nannte es zudem einen Fehler, mit nur einem Vize-Kapitän, dem Spanier Jose-Maria Olazabal, anzutreten.

Die nächsten Tage werden zeigen, ob Faldo noch mehr Parallelen zu Langer "genehmigen" wird.

Kentucky-Duo müssen warten

Eine wichtige Entscheidung hat Faldo bereits am Donnerstagabend getroffen. Denn für das europäische Team werden am Freitag der Ire Padraig Harrington und der Schwede Robert Karlsson auf die erste Runde gehen.

Die beiden treffen auf das US-Duo Phil Mickelson und Anthony Kim. Kenny Perry und J.B. Holmes, die in Kentucky ein Heimspiel haben, müssen somit noch ein bisschen warten.

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