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Martin Kaymer war beim Ryder Cup als Assistent von Nick Faldo dabei © getty

Ein Anruf und Martin Kaymer saß im Flieger in die USA - als Gast beim Ryder Cup. Bei Sport1.de spricht er über seine Eindrücke.

Von Klaus Wäschle

München - Als Nick Faldo zwei Wochen vor dem Ryder Cup gegen die USA bei Martin Kaymer anrief und ihn einlud, als Gast zum traditionellen Kontinentalvergleich nach Louisville in Kentucky zu kommen, sagte der 23-Jährige sofort zu.

"Da gab es für mich überhaupt keine Überlegung, eine solche Einladung konnte ich nur annehmen", sagte der gebürtige Düsseldorfer.

"Alle Erfahrungen die ich hier sammeln kann, helfen mir ja nicht nur bei einer eventuellen Ryder-Cup-Teilnahme sondern auch für die European Tour."

Martin Kaymer war in Louisville mehr als bloß ein Zaungast. Er begleitete die europäische Mannschaft, war sowohl beim täglichen Abendessen als auch bei den Spielerbesprechungen dabei, und assistierte dem Teamkapitän Nick Faldo

Bei Sport1.de spricht der Golfprofi exklusiv über...

die Stimmung unter den Zuschauern:

"Ich fand es faszinierend, was am ersten Abschlag passiert ist: die Gesänge der europäischen Zuschauer und dagegen das rythmische 'USA, USA' der einheimischen Anhänger. Es wäre natürlich schön, wenn ich in Zukunft dabei wäre und die Fans dann meinen Namen rufen würden."

seine Aufgaben während des Turniers:

"Ich bin hierher gekommen und habe mich gefreut, die Spieler auf den Runden begleiten zu können ? möglichst innerhalb der Absperrungen ? und war dann begeistert, so nahe am Team sein zu können und so viel mit zu bekommen. Am Schlusstag hatte mich Nick Faldo mit der Aufgabe betraut, ihn über die Schläge und Ergebnisse seiner Spieler an den Par 3-Bahnen zu informieren."

die Atmosphäre im Team:

"Ich bin am Mittwoch um vier Uhr gelandet und durfte am Abend sofort an der Gala zur Begrüßung teilnehmen. Auch bei den täglichen Abendessen war ich dabei."

Dort versuchte Nick Faldo, den Spielern die Spannung zu nehmen und sie abzulenken: "Einmal hat er sogar Schlagzeug gespielt und die Jungs unterhalten, das war Klasse."

Auch bei den Spielerbesprechungen war Kaymer anwesend. Allerdings, ohne sich aktiv zu beteiligen: "Da habe ich mich zurückgehalten. Ich stand in einer Ecke und habe zugehört. Es ist schon allein ein tolles Gefühl, mitzuerleben, wie sich die Spieler gegenseitig motivieren und helfen."

seine Gefühle während der Runden:

"Natürlich macht es unglaublich viel Spaß, das alles vor Ort zu beobachten. Auf der anderen Seite hätte ich auch gerne den einen oder anderen Schlag selbst ausgeführt, speziell, wenn ich weiß, dass ich den sehr gut kann und mich dann frage, warum ist der jetzt nicht gelungen."

die Überraschungen des Turniers:

"Dass ein Topspieler wie Sergio Garcia mit 5 und 4 verliert, habe ich nicht für möglich gehalten, aber der Anthony Kim hat auch wahnsinnig gut gespielt. Das war teilweise unglaublich, wie Hunter Mahan, Phil Mickelson oder auch die anderen ihre Putts verwandelt haben."

die Gründe, warum es mit seiner ersten Ryder-Cup-Teilnahme nicht geklappt hat:

"Ich habe lange nicht an eine Teilnahme geglaubt und erst nach meinem zweiten Saisonsieg in München angefangen, darüber nachzudenken. Aber ich war nicht sicher, ob schon die richtige Zeit dafür da ist, habe immer leicht mit angezogener Handbremse und nicht richtig nach vorne gespielt. Ich habe alles versucht, war aber innerlich nicht völlig überzeugt davon, dass die Zeit reif für einen solchen Einsatz ist."

seine Ryder-Cup-Ambitionen:

"Zielsetzung ist es auf jeden Fall, irgendwann mal zu spielen. Egal ob in zwei, vier oder sechs Jahren und dieses unglaubliche Gefühl als Teilnehmer zu erleben."

Dann würde er auch nicht mehr alleine kommen wie in diesem Jahr: "Ich war als Gast eingeladen und habe deshalb keine Begleitung mitgenommen. Außerdem glaube ich mit 23 Jahren auch mal alleine in die USA reisen zu können."

die wertvollen Erfahrungen:

"Ich habe unheimlich viel gelernt, nicht nur was das Spiel betrifft, sondern auch die Abläufe. Allein die Eröffnungs- und Schlussfeier waren beeindruckend. Wenn ich mal dabei sein sollte, habe ich schon eine Vorstellung, wie alles abläuft."

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