vergrößernverkleinern
Golfprofi Doug Barron spielte zuletzt 2006 auf der US-Tour © getty

Die PGA suspendiert Doug Barron für ein Jahr. Der 40-Jährige hatte eine verbotene Substanz zu sich genommen.

Miami - Der amerikanische Golfprofi Doug Barron hat traurige Berühmtheit erlangt.

Der 40-Jährige erhielt als erster Spieler eine Dopingsperre und ging damit in die Geschichte seiner vor vier Wochen wieder ins olympische Programm aufgenommenen Sportart ein.

Die US-Profivereinigung PGA gab bekannt, dass Barron wegen der Einnahme einer unerlaubten Substanz für ein Jahr von Wettkämpfen ausgeschlossen ist.

Der Name des Mittels wurde von der PGA nicht veröffentlicht.

Nur noch zweitklassig

Doug Barron ist kein großer Name im Golf, aber in seiner Karriere hat er immerhin 3,23 Millionen Dollar (rund 2,2 Millionen Euro) verdient.

Er wurde 1992 Profi und spielte acht Jahre lang auf der US-Tour, zuletzt 2006. Sein bestes Ergebnis war ein geteilter dritter Platz im Jahr 2005.

Zuletzt spielte Doug Barron auf der zweitklassigen Nationwide Tour.

"Wollte meine Leistung nicht steigern"

Barron zeigte sich nach Bekanntgabe seines Falls als reuiger Sünder.

"Ich möchte mich für all die negativen Folgen für das Ansehen der Tour und der Spieler entschuldigen", sagte der aus Memphis/Tennessee stammende Barron, "ich möchte aber auch klarstellen, dass ich mir keinen unfairen Vorteil verschaffen oder meine Leistung steigern wollte."

Lebenslang beim dritten Verstoß

Die US-Tour hatte im Juli vergangenen Jahres ihr Anti-Doping-Programm offiziell eingeführt. Der Strafenkatalog sieht eine einjährige Suspendierung für Ersttäter, eine fünfjährige Sperre im Wiederholungsfall sowie einen lebenslangen Ausschluss für weitere Vergehen vor.

Zudem ist auch eine Geldstrafe von bis zu 500.000 Dollar möglich.

Durchgeführt werden die Dopingkrontrollen wöchentlich bei den US-Turnieren vom nationalen Zentrum für drogenfreien Sport, analysiert werden alle Proben in Laboren, die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditiert sind.

Vorwurf des Dopings

Im Sommer 2007 hatten Aussagen des ehemaligen südafrikanischen Golfstars Gary Player für Aufsehen gesorgt.

Am Rande der British Open im schottischen Carnoustie hatte der neunmalige Major-Gewinner behauptet, dass einige Golfer zu unerlaubten Mitteln griffen.

Mindestens zehn Spieler auf der Tour dopten, hatte Player erklärt. Namen nannte er jedoch nicht.

Keine Strafe gegen Italiener

In der Folgezeit häuften sich Forderungen von Profis und Offiziellen nach Dopingkontrollen. Im Januar 2008 wurde dies von den weltweit führenden Organisationen abgesegnet.

Zuvor war im Jahr 2007 bereits ein italienischer Profi positiv getestet worden, geahndet wurde der Fall mangels Strafenkatalogs nicht.

Er nahm damals Finasterid, das gegen Prostata-Leiden und Haarausfall eingesetzt wird, aber auch zur Vertuschung von Doping-Substanzen dienen kann.

Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel