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Michelle Wie schaffte als erste Golfspielerin bei einem Männer-Turnier den Cut © getty

Nach 64 vergeblichen Anläufen feiert Golf-Proette Michelle Wie in Guadalajara ihren ersten Turniersieg auf der US-Tour.

Guadalajara - Wunderkind und weiblicher Tiger Woods - wahre Lobeshymnen prasselten vor Jahren auf die golfende "Teenage Sensation" Michelle Wie herab, verbunden mit den allerhöchsten Erwartungen.

Doch der Hype um die 1,85 m große Hawaiianerin mit der gewaltigen Schlaglänge ebbte allmählich ab, nicht zuletzt wegen mangelnder Erfolge.

Am Sonntag jedoch war es soweit. Die 20-Jährige feierte im mexikanischen Guadalajara im 65. Anlauf ihren ersten Sieg auf der US-Tour der Damen und wurde damit endlich auch ihren eigenen Ansprüchen gerecht.

"Noch eine Menge zu tun"

"Wow, ich hätte nie gedacht, dass es sich so toll anfühlt", sagte Michelle Wie nach ihrem Premierensieg, der mit einem Scheck über 220.000 Dollar versüßt wurde.

Ihr Erleichterung war groß: "Endlich habe ich diese Hindernis gemeistert. Ich hoffe, dass mein Leben nun für mich besser wird. Aber ich habe noch eine Menge zu tun."

Diese Erkenntnis, die ihr offenbar erst im Vorjahr in aller Deutlichkeit kam, führte zu einem Sinneswandel und damit zum Erfolg.

Wie als zeite Frau mit Cut bei Herrenturnier

Vorbei waren die Zeiten, in denen Michelle Wie als Attraktion Männer-Turniere spielte. 3228(Diashow: Michelle Wie - Prinzessin des Golfs)

Sie sollte und wollte sich dort beweisen, doch bei den Konkurrentinnen und auch bei vielen Spielern der US-Tour kam die "Wie-Mania" nicht gut an.

Viele Anläufe im Geschlechter-Kampf scheiterten, der achte glückte, allerdings nicht in den USA.

In Incheon in Südkorea schaffte Michelle Wie als erste Frau seit Babe Zaharias 1945 bei den Los Angeles Open den Cut bei einem Profiturnier der Herren.

Bisher viele zweite und dritte Plätze

Der ganz große Durchbruch auf der US-Damen-Tour, wo sie mit Einladungen überhäuft wurde, blieb in diesen Jahren aus.

Je vier zweite und dritte Plätze 2005 und 2006 waren das Maximum, in der Weltrangliste kletterte sie bis auf Rang drei.

Für einen weiblichen Tiger Woods zu wenig.

Vergleich mit Kurnikowa

Den Sponsoren aber reichte es, früh waren sie bereits auf den Zug gesprungen und zahlten der mit 16 Jahren zur Professional gewordenen Wie Dollar-Millionen.

Auf rund 12 Millionen wird derzeit ihr Jahreseinkommen geschätzt.

Kein Verhältnis zu ihren sportlichen Erfolgen, es erinnert an Tennis-Beauty Anna Kurnikowa.

Erfolg durch harte Arbeit

Erst die Ernsthaftigkeit sorgte für die Wende. Mit harter Arbeit und einem starken Willen kämpfte sich die hochtalentierte Michelle Wie heran und holte sich Ende letzten Jahres erstmals die Tour-Karte, um sich der Konkurrenz nun auch regelmäßig zu stellen.

17 Turniere bestritt sie vor Guadalajara, siebenmal landete sie dabei in den Top 10, zweimal wurde sie Zweite.

Berufung für den Solheim Cup

Nun glückte der Coup vor den Augen der Familie. "Es ist großartig, dass sie hier sind und das miterleben konnten. Sie haben mich auch aus meinen Tiefs geholt", sagte die Stanford-Studentin. Lohn für ihren Aufschwung war die Berufung per Wildcard in das US-Team für den Solheim Cup, Pendant zum Ryder Cup der Herren.

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs wurde ein Tour-Neuling in die Mannschaft geholt. Es wird wohl nicht Michelle Wies letzter Einsatz für ihr Land gewesen sein.

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