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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Martin Kaymer war im Jahr 2006 der "German PGA Player of the Year" © getty

Deutschlands Golf-Ass hat Platz eins in der Geldrangliste verpasst. In Dubai kassiert ein Engländer die Millionenprämie.

Dubai - Die Fußstapfen des deutschen Golf-Idols Bernhard Langer sind für Senkrechtstarter Martin Kaymer noch eine Nummer zu groß.

Zum Abschluss der besten Saison seiner Karriere verspielte der 24-Jährige in der Wüste Dubais die Chance, sich als erster Deutscher seit Langer vor 25 Jahren zur Nummer eins in Europa zu krönen und am Persischen Golf eine fürstliche Millionenprämie zu kassieren.

Kaymer war bei der One-Man-Show eines genial aufspielenden Lee Westwood nur Zuschauer.

"Das Leben geht weiter"

"Ich konnte die Putts einfach nicht verwandeln. Das war ein wenig frustrierend. Aber ich habe ganz gut gespielt, das Leben geht weiter", sagte Kaymer. Eine Bonuszahlung von 502.875 Euro für Platz drei in der europäischen Geldrangliste (Race to Dubai) lässt ihn in der Tat ruhig schlafen.

In der Wüstenszenerie des verwinkelten Earth Course, den die australische Golf-Legende Greg Norman konzipiert hatte, waren 286 Schläge (71+71+72+72) für den Rheinländer aus Mettmann zu viel, um noch in die Entscheidung beim Saisonfinale der 60 besten Golfer Europas eingreifen zu können.

Unglücklicher Kart-Unfall

Seine Chance auf den Löwenanteil der 5 Millionen Euro, die unter den besten 15 der europäischen Geldrangliste ausgeschüttet wurden, hatte er schon im August vergeben.

Martin Kaymer führte die Rangliste ganz souverän an, bis ihn ein Kart-Unfall im Arizona-Urlaub gleich für acht Wochen außer Gefecht setzte. "Das war sicherlich sehr unglücklich", sagte Kaymer, der sich für Dubai darum nur ein Ziel gesetzt hatte: "Der Sieg ist alles, was zählt."

Dafür reichte es nicht, und zwar deutlich. Kaymer kam mit Teilen des Kurses im Jumeirah Golf Club überhaupt nicht zurecht. Zwei Schläge unter Par nach vier Runden standen auf der Scorecard - würde man die Löcher 16 bis 18 herausrechnen, wären es acht unter Standard.

Durchbruch in die Weltspitze

Insbesondere Loch 17 mit einem langen Inselgrün kostete Kaymer einige Nerven und im Turnierverlauf vier Schläge.

Dennoch war die zweite komplette Saison auf der European Tour Kaymers Durchbruch in die Weltspitze.

Turniersiege bei den Scottish und French Open sowie der sechste Platz bei der PGA Championship in Chaska/Minnesota katapultierten ihn auf Platz elf der Weltrangliste. Bei 19 Turnierstarts hatte er bereits vor dem Saisonfinale 2.332.544 Euro eingespielt.

Westwood distanziert Konkurrenz

Auf der letzten Runde des Jahres nahm die deutsche Golf-Hoffnung auf den zweiten neun Löchern mit drei Birdies noch einmal Fahrt auf.

Dann allerdings spielte er zwei Bogeys auf den Löchern 16 und 17 und fiel zurück. Eine deutliche Verbesserung vom geteilten 36. Rang, den er nach drei Runden belegt hatte, gelang ihm nicht mehr.

Kurz vor dem Jackpot stand Westwood. Der viermalige Ryder-Cup-Sieger aus England spielte am Sonntag fantastische Putts am Fließband, fünf Birdies auf seinen ersten sieben Löchern und distanzierte die Konkurrenz zeitweilig um acht Schläge.

830.000 Euro Siegprämie und der Millionenbonus waren ihm kaum noch zu nehmen.

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