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Tiger Woods ist seit 2004 mit Elin Nordegren verheiratet © imago

Der Ruf von Tiger Woods ist ruiniert. Während Medien nun von zahlreichen Affären des US-Profis berichten, taucht der Golfstar ab.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist erst ein paar Wochen her, da ging es bei Tiger Woods noch um Golf.

Um seine Erfolge, 183025 das Vermögen, das er dadurch angehäuft hat - im schlimmsten Fall ging es um Verletzungen wie seine chronischen Knieprobleme.

Wer jetzt nach Meldungen über Woods sucht, findet nichts mehr dergleichen: Es geht nur noch um Frauen, Fehltritte und Bettgeschichten.

Tiger Woods' bizarrer Autounfall am 27. November hat seinem Geländewagen mittelschwere Schäden zugefügt - sein Image hat durch das, was der Unfall zu Tage gefördert hat, Totalschaden erlitten.

Zahlenspiele mit den Affären

Galt Woods bis vor kurzem noch als Saubermann, ist dieses Bild mittlerweile verschüttet unter einer Schmutzlawine, die seit seinem Geständnis "persönlicher Verfehlungen" auf ihn herabgerutscht ist.

Nicht zuletzt, weil angebliche Ex-Geliebte Details aus Woods' Liebesleben außerhalb des mit Ex-Model Elin Nordegren geteilten Ehebettes ausbreiteten - von den bevorzugten Dessousfarben bis zur Kartographierung der Orte des Geschehens.

Von England aus stellte ein Arzt Ferndiagnosen über eine mögliche Sexsucht.

Und auf beiden Seiten des Atlantiks wurden seine angeblichen Geliebten gezählt und ins Profil genommen wie anderswo die Neuzugänge der örtlichen Sportteams - aktueller Stand: zwischen sechs ("USA Today") und zehn ("Fox News").

Pornostar erhöht Peinlichkeitsgrad

Neu in den Listen ist eine Dame, die den Peinlichkeitsgrad für Woods weiter erhöht: Es ist eine gewisse Holly Simpson, als Schauspielerin in "Wunderbare Jahre" oder "Hart auf Sendung" zu sehen.

Zuletzt war sie aber vor allem aktiv in Produktionen aus dem Horizontalgewerbe. Die Titel der Werke mit ihrer Beteiligung werden nun allerorten genüsslich zitiert.

Auch in den Late-Night-Shows ist Woods zum Spottobjekt aufgestiegen. Eine Kostprobe aus dem Mund von Jimmy Kimmel: "Präsident Obama hat angekündigt 30.000 zusätzliche Soldaten zur Friedenssicherung nach Afghanistan zu schicken - und 2000 ins Haus von Tiger Woods."

PR-Offensive in Vorbereitung

Woods selbst ist abgetaucht. Das von ihm selbst organisierte Turnier in Los Angeles hat er gemieden, hat auf seiner Website angekündigt, seine privaten Angelegenheiten "hinter verschlossenen Türen" in Ordnung bringen zu wollen.

Besonders gut gelungen ist ihm das in Anbetracht der ständigen Schlagzeilen bisher nicht.

Hinter den verschlossenen Türen laufen auch schon Gespräche, wo die Bühne für seinen ersten öffentlichen Auftritt seit dem Ausbruch der Affäre sein wird.

Mehrere Medien reißen sich um die "Jetzt-redet-Woods"-Story. Vorne im Rennen soll die Talkshow der weltweit bekannten Oprah Winfrey sein, die mit Woods befreundet ist.

Es geht auch ums Geld

Bei der zu erwartenden PR-Offensive geht es dabei für Woods um mehr als der Versuch, sein privates Heil wiederherzustellen.

Für den angeblich ersten Sportmilliardär der Geschichte geht es auch ums Finanzielle. Einen großen Teil seines Vermögens hat er als teurer Werbe- und Imageträger gescheffelt.

Aus naheliegenden Gründen ist sein Werbewert, der wie derjenige von anderen Promis im "Davie Brown Index" notiert ist, quasi über Nacht vom Platz sechs auf Rang 24 abgestürzt 182997(DIASHOW: Gefallene Stars).

Werbepartner sind besorgt

Angeblich sind schon Vertreter seines Ausrüsters und diverser anderer Sponsoren auf ihn zugekommen - und sollen ihn dringend gebeten haben, etwas gegen den Verfall seines Images zu tun.

Auch wenn die bisher befragten Sponsorensprecher sich öffentlich Woods' Haltung anschließen, dass seine Privatsphäre privat ist:

Es macht sich nicht gut, wenn man bei Woods' Anblick nicht mehr an ein sportliches Vorbild denkt - sondern an einen liebestollen Schürzenjäger.

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