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Martin Kaymer spielt mit zwei Metallplatten im linken Fuß © getty

Der 25-Jährige stürmt durch seinen fünften Turniersieg die Top Ten. Montgomerie hält Kaymer für ein größeres Talent als Langer.

Abu Dhabi/München - Mit seinem eiskalten Coup im Wüstenstaat Abu Dhabi ist Martin Kaymer seinem großen Ziel wieder ein Stückchen näher gekommen.

"Ich will in diesem Jahr wieder zwei Turniere gewinnen, aber mein Traum ist die Teilnahme am Ryder Cup", sagte der 25-Jährige nach seinem Husarenstück zum Saisonauftakt.

In einem packenden Duell mit Routinier Ian Poulter (England) hatte Kaymer am Sonntag seine Extraklasse demonstriert und ließ sich nach seinem mit 250.000 Euro versüßten Triumph feiern.

Erstmals unter den Top Ten

Zufriedenheit pur stand dem Rheinländer ins Gesicht geschrieben. Er hatte auch allen Grund.

"Das war meine beste Runde auf der Europa-Tour", sagte Martin Kaymer, der als besondere Belohnung als zweiter Deutscher überhaupt nach Bernhard Langer am Montag in die Top 10 der Weltrangliste vorrückte.

Seit Montag wird er im Ranking auf Platz sechs geführt, so hoch war Langer zuletzt am 19. Mai 1996 notiert worden.

Montgomerie zählt auf Kaymer

Im Notizblock von Colin Montgomerie steht Martin Kaymer schon lange, dick rot unterstrichen dürfte der Name des Deutschen seit Sonntag sein.

"Martin ist sicher einer von mehreren Spielern, die ein großer Gewinn für das Team wären. Wenn er seine gute Form beibehält, gehe ich davon aus, dass er sich qualifiziert", sagte der europäische Ryder-Cup-Kapitän, der Kaymer über den grünen Klee lobt und im Vergleich zu Bernhard Langer sogar sagt: "Martin ist das größere Naturtalent."

Bereits Ryder-Cup-Luft geschnuppert

2008 hatte Martin Kaymer bereits Ryder-Cup-Luft geschnuppert. Auf Einladung von Kapitän Nick Faldo war der Hobby-Fußballer als Ersatzmann mit zum Golfclub von Valhalla in Louisville/Kentucky gereist.

Zum Einsatz kam er bei der klaren Niederlage der Europäer nicht, was er aber im Rückblick auch nicht bedauert. "Ich war damals noch relativ neu auf der Tour. Die Spieler waren alle schon große Stars, teilweise irgendwie Vorbilder für mich. Ich hätte deswegen nicht das Gefühl gehabt, dass ich da wirklich hingehöre", sagte Kaymer.

Keine Eintagsfliege

Dies habe sich inzwischen drastisch verändert.

"Mit vielen guten Leuten habe ich mittlerweile schon häufig zusammengespielt, die Leute kennengelernt und mit einigen Freundschaften geschlossen. Ich habe bewiesen, dass ich keine Eintagsfliege bin. In diesem Jahr würde ich mich ganz sicher zugehörig fühlen, deswegen wäre ich auch in der Lage, mein bestes Golf zu zeigen."

Kein Risiko eingehen

Dies war er im vergangenen Jahr lange Zeit nicht. Bei einem Kart-Unfall in Arizona zog er sich mehrere Zehenbrüche zu, sieben Wochen Pause waren ebenso die Folge wie zwei Metallplatten im linken Fuß.

Diese könnten inzwischen raus, doch Martin Kaymer will nichts riskieren. "Ich müsste dann zwei, drei Wochen pausieren, und das kann ich mir bei meinem Terminkalender nicht erlauben", sagte Kayer, der sich nunmehr erst im Dezember dem Eingriff unterziehen will.

Punkte für die Quali

Schon in dieser Woche geht es für Martin Kaymer auf der Tour weiter. Beim Katar Masters will er weitere Punkte für die Ryder-Cup-Qualifikation sammeln und sich bis zur Endabrechnung Ende August ohne Hilfe ins Team gespielt haben.

Denn auf eine der drei Wildcards von Colin Montgomerie will einer wie Kaymer nicht angewiesen sein.

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