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Bernhard Langer gewann 1985 die US Masters in Augusta © getty

Ein Maurer-Sohn aus Anhausen befreit vor einem Vierteljahrhundert Golf von seinem Mauerblümchen-Dasein hierzulande.

Augusta- Logbuch Bernhard Langer: Man schreibt das Jahr 1985.

Golf fristet in Deutschland ein Mauerblümchendasein. Es gibt 214 Klubs und 71.862 Spieler, in den Medien findet der Sport nicht statt.

Dies ändert sich schlagartig, als ein blonder Maurersohn aus Anhausen mit seinem unerwarteten Triumph beim US Masters in Augusta selbst den Grundstein für sein eigenes Denkmal legt.

"Ein Traum ist damals für mich wahr geworden", sagt Langer, der für seinen Sport das werden sollte, was Boris Becker für das Tennis oder Michael Schumacher für die Formel 1 bedeutet.

Golf bekommt ein Gesicht

Aber nicht nur für ihn, den damals 27-Jährigen Langer, auch für den Deutschen Golf-Verband (DGV) erfüllte sich ein Traum.

Endlich bekam der Sport ein Gesicht.

25 Jahre später sind die Zahlen ein eindeutiger Beweis für den anhaltenden Aufschwung, der ohne Wenn und Aber Bernhard Langer zuzuschreiben ist.

Langer führt drei Wochen Weltrangliste an

Ende 2009 gab es 782 Klubs mit 599.328 DGV-Mitgliedern. Damit ist der DGV in der Rangliste der größten deutschen Sportverbände inzwischen schon die Nummer 12.

Bernhard Langer wurde damals sogar zur Nummer eins. Denn als er in der Woche nach seinem Masters-Erfolg auch in Hilton Head Island siegte, wurde die Weltrangliste im Golf eingeführt.

Und die wurde in den ersten drei Wochen von Langer angeführt, es sollten die einzigen drei Wochen bleiben, aber Langer mischte jahrzehntelang oben mit.

"Ich habe hier so viele schöne Momente erlebt"

Am Donnerstag schlug Bernhard Langer bereits zum 28. Mal seit seiner Premiere 1982 in der "Kathedrale des Golf" in Augusta ab und legte auf dem Par-72-Kurs mit einer 71er-Runde einen ordentlichen Start hin.

Und das auf einem Platz, der in seinem Leben immer einen besonders Status hatte und auch haben wird: "Ich habe hier so viele schöne Momente erlebt, das werde ich sicherlich nie vergessen."

Damit meint Langer nicht nur seine Siege 1985 und acht Jahre später, Wert legt er auch auf die zwischenmenschliche Komponente.

"Past Champions Dinner" mit vergangenen Siegern

"Ich freue mich immer besonders auf das Past Champions Dinner", sagt Langer.

Das findet immer Dienstag in Augusta statt, es lädt jeweils der aktuelle Titelverteidiger, Zutritt haben nur vergangene Sieger.

"Es ist schon etwas Besonderes, wenn man die alten Größen wie Gary Player, Ray Floyd und Tom Watson wiedersieht", sagt Langer, den es als bekennenden Christen besonders befriedigt, seinen zweiten Sieg 1993 am Ostersonntag errungen zu haben.

Langer bescheiden

Langers Erfolge in Augusta können sich sehen lassen. 21-mal schaffte er den Cut, landete insgesamt achtmal in den Top 10.

Seine Gewinnsumme allein an der Magnolia Lane beträgt 1.439.778 Dollar, in seiner Karriere sind es viele Millionen mehr.

Langer hat es vor allem wegen seiner bescheidenen Art geschafft, sich in den USA den Respekt seiner Konkurrenten und der Fans zu erarbeiten.

Mehr als 70 Erfolge

Die auch von ihm initiierten Bibelkreise vor Turnieren sind etabliert, seinen zweiten Wohnsitz gemeinsam mit Ehefrau Vikki und den vier Kindern hat er schon vor langer Zeit in Orlando/Florida aufgeschlagen.

Nach seinen weltweit mehr als 70 Erfolgen wurde Bernhard Langer 2002 in die World Golf Hall of Fame aufgenommen.

Für Schlagzeilen sorgte Bernhard Langer auch im Ryder Cup.

Rekordsieg 2004

Unvergessen ist sein vergebener Siegputt 1991 auf Kiawah Island, als er den Ball auf dem 18. Grün aus rund zwei Metern am Loch vorbeischob, die begehrte Trophäe ging daraufhin wieder an die USA.

2004 führte er die Europäer dann als Kapitän zu einem Rekordsieg.

Seit Ende 2007 spielt Bernhard Langer auf der US-Senior-Tour.

Langer will Ryder Cup 2018 in Deutschland

Dort hat der inzwischen 52-Jährige bereits neun Turniere gewonnen. Und einen weiteren großen Sieg bereitet Langer derzeit vor.

Das deutsche Idol will den Ryder Cup 2018 nach Deutschland holen. Und die Kampagne hat folgerichtig das werbewirksamste Gesicht, das von Bernhard Langer.

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