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Severiano Ballesteros erklärte 2007 seinen offiziellen Rücktritt vom Profigolf © getty

Trotz der Diagnose Gehirntumor gibt sich Severiano Ballesteros kämpferisch. Für seine Genesung hat er einen genauen Plan.

Madrid - Als er die erschütternde Diagnose erhielt, ging Spaniens Golf-Idol Severiano Ballesteros so generalstabsmäßig vor wie einst auf Fairways und Grüns.

"Zuerst habe ich meine drei Kinder und deren Mutter informiert. Nun kann ich ihnen etwas über die Krankheit mitteilen, an der ich leide. Nach einer eingehenden Untersuchung wurde bei mir ein Gehirntumor entdeckt", sagte der 51-Jährige.

Am vergangenen Montag war er am Flughafen in Madrid kollabiert und in die örtliche La-Paz-Klinik eingeliefert.

Dort wird am Dienstag eine Biopsie durchgeführt, "dann werden die Ärzte entscheiden, wie die Behandlung aussieht".

"Seve" nimmt den Kampf an

Unabhängig vom Befund der Gewebeentnahme weiß "Seve", dass ihm schwere Wochen und Monate bevorstehen.

Ballesteros nimmt den Kampf an, die Familie wird ihm dabei zur Seite stehen. "Während meiner Karriere war ich einer der besten darin, Aufgaben auf dem Golfplatz zu meistern.

Nun will ich der Beste darin sein, das schwerste Match meines Lebens mit all meiner Kraft anzugehen", sagte der Mann, der seinen Sport wie kaum ein anderer Spieler geprägt hat.

Einzigartige Karriere

Als der damals aufstrebende Anhausener Bernhard Langer 1985 erstmals das US Masters gewann, war ihm sein spanischer Konkurrent mit vier Major-Siegen schon weit voraus.

1988 feierte er seinen dritten Triumph bei der British Open nach 1979 und 1984. Beim US Masters siegte er 1980 und 1983.

Insgesamt gewann Ballesteros in 34 Profijahren weltweit 87 Turniere, feierte fünf Triumphe im Ryder Cup, davon einmal (1997) als Kapitän im heimischen Valderrama.

Mit seinem Sport hat er ein Vermögen von geschätzten 50 Millionem Dollar angehäuft.

Mit elegantem Schwung in die Hall of Fame

Es war vor allem sein eleganter Schwung, der Ballesteros zu einem besonderen Spieler machte, sogar Lehrvideos wurden gedreht. Im Juli 2007 hatte Ballesteros seine Karriere beendet.

Ärzte hatten bei ihm Herz-Rhythmus-Störungen festgestellt. 1999 wurde er in die World Golf Hall of Fame aufgenommen.

Severiano Ballesteros ist nicht der erste prominente Golfer, bei dem ein Tumor entdeckt wurde.

Azinger kehrte zurück

1994 wurde beim Amerikaner Paul Azinger im rechten Schulterblatt Lymphknotenkrebs diagnostiziert.

Der diesjährige Kapitän des siegreichen US-Ryder-Cup-Teams kehrte ein Jahr später wieder auf den Platz zurück. 2000 feierte er sogar wieder einen Turniersieg.

1999 stemmte sich der Engländer Mark James, im gleichen Jahr Kapitän des europäischen Ryder-Cup-Teams, ebenfalls erfolgreich gegen Lymphdrüsenkrebs.

Im Dezember 2007 wurde beim Südafrikaner Trevor Immelman ein golfballgroßer Tumor im Zwerchfell entfernt, vier Monate später gewann der 28-Jährige das US Masters.

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