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Padraig Harrington küsst im zweiten Jahr in Folge den Siegerpokal der British Open © getty

Auf der Schlussrunde der British Open wird der "Weiße Hai" noch vom irischen Titelverteidiger abgefangen. Der Oldie hadert aber nicht mit sich und nimmt die Niederlage gelassen - aus gutem Grund.

Southport - Der irische Golfprofi Padraig Harrington hat den großen Traum von "Oldie" Greg Norman jäh beendet und als 15. Spieler einen Erfolg bei der British Open wiederholen können.

Der 36-Jährige fing den 17 Jahre älteren Australier, der nach drei Runden sensationell geführt hatte, mit einer 71 auf der Schlussrunde noch ab.

Harrington nahm den Claret Jug für den Sieger, einen silbernen Rotweinkrug, mit einem strahlenden Lächeln wie im Vorjahr im schottischen Carnoustie in Empfang.

Mit 283 Schlägen hatte Harrington vier Schläge Vorsprung vor Ian Poulter, der wie Harrington am Sonntag eine 69 spielte, damit aber den ersten Triumph eines Engländers seit dem 1992 siegreichen Nick Faldo verpasste.

Schlagzeilen gehören Norman

Dahinter musste sich Greg Norman nach einer abschließenden 76 mit insgesamt 288 Schlägen mit dem dritten Platz, gemeinsam mit dem Schweden Henrik Stenson, begnügen.

Dennoch schrieb der selbst ernannte "Hobby-Golfer" Norman mit seinem großartigen Comeback die Schlagzeilen des Turniers.

Der zweimalige British-Open-Champion (1986 und 1993), der seit Jahren nur noch sporadisch bei Turnieren auftauchte und von Verletzungen geplagt war, hatte bis zur Hälfte der Schlussrunde als alleine Führender noch den Sieg vor Augen.

Doch Bogeys an der 10, 12 und 13 warfen den "weißen Hai", wie er wegen seiner schlohweißen Haare genannt wird, aussichtslos zurück.

Norman stark wie früher

Dennoch war Normans Leistung an den vier Turniertagen mehr als beachtlich, arbeitet er an seinem Schwung höchstens noch beim Tennis.

Auf dem Golfplatz lässt er sich von der Liebe zu Chris Evert beflügeln. Drei Wochen nach der Hochzeit mit der Tennis-Ikone glänzte der ehemals beste Golfer der Welt wieder wie in alten Zeiten.

Sein Rezept: "Ich habe überhaupt nichts zu verlieren. Mein Leben ist großartig, wie es ist. Mir geht es einfach gut", sagte der Australier der Welt am Sonntag.

Flitterwochen beflügeln den Oldie

Die Flitterwochen mit Chris Evert nutzte Norman zur etwas anderen Vorbereitung auf die Open, die er bereits 1986 und 1993 gewonnen hatte:

"Wir hatten eine fantastische Zeit auf den Bahamas, und wenn ich eines dort mit Sicherheit nicht getan habe, dann war es, an meinem Spiel zu arbeiten."

Ohnehin sucht der 53-Jährige neuerdings nach anderen Wegen, um auf den Golfplätzen der Welt gegen die Jungspunde mitzuhalten.

Durch Chris Evert hat er den Spaß am Tennis gefunden, wobei er sich darauf beschränkt, die Bälle irgendwie über das Netz zu bekommen. "Doch für mein Golf", so Norman, "ist das offenbar nicht das Schlechteste."

Golfen zum Spaß

Bei den Turnieren will Norman nur noch Spaß haben. Er hat schon zu viel erlebt, da ärgert er sich nicht mehr über einen verpatzten Abschlag oder einen zu kurzen Putt.

In seiner Karriere stand er schon oft vor großen Erfolgen, um am Ende dann doch alles zu verlieren.

1986 ging Norman bei allen vier Major-Turnieren als Führender auf die Schlussrunde, gewinnen konnte er letztlich nur die British Open.

Doch sogar seine sportlichen Tiefpunkte, wie die denkwürdigen Niederlagen beim US Masters 1987 gegen Larry Mize und 1996 gegen Nick Faldo, brachten ihm weltweite Sympathien.

Sein Schmerz war so sichtbar und zugleich trug er die Nackenschläge mit der Würde eines Champions.

Erfolg auch außerhalb des Golf-Platzes

Das Vermögen des inzwischen leicht ergrauten Blondschopfs wird auf mehrere hundert Millionen Dollar geschätzt.

Normans Horizont endete nie am 18. Loch, und er arbeitete schon früh an seinem Firmen-Imperium "Great White Shark Enterprises".

Die Einnahmen übertreffen seine Preisgelder schon seit Jahren um ein Vielfaches.

Multi-Unternehmer Norman bietet neben einer Sportkollektion auch Luxus-Yachten, erlesene Weine, Golfplatzplanung, Spezialrasen und Eventmanagement an.

Von berühmten Freunden wie dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton wird er zudem von Zeit zu Zeit als Golflehrer engagiert.

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