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Tiger Woods und Phil Mickelson (r.) - alte und neue Nummer eins? © getty

Erstmals nach 258 Wochen könnte ein Rivale anstelle von Superstar Tiger Woods die Nummer eins werden. Martin Kaymer kehrt zurück.

Ponte Vedra Beach - Nach überstandener Fuß-OP will Martin Kaymer ab Donnerstag bei der Players Championship in Ponte Vedra Beach den nächsten Schritt in Richtung Ryder Cup machen, derweil kämpft Tiger Woods um den Golf-Thron.

Sollte der von privaten Krisen geplagte Superstar beim "fünften Major" des Jahres jenseits von Platz fünf landen und gleichzeitig sein US-Rivale Phil Mickelson gewinnen, würde der US-Masterssieger die Vorherrschaft des Tigers nach 258 Wochen beenden.

"Das würde mir natürlich viel bedeuten", sagt Phil Mickelson, der als 14. Spieler in der 24-jährigen Historie der Weltrangliste die Nummer eins werden könnte (Das Golf-Journal: Donnerstags, 22 Uhr auf SPORT1).

Doch der Linkshänder will sich nicht zuviel Druck machen: "Ich gehe nicht da raus und habe dieses Ziel vor Augen. Ich muss auf diesem Platz mein Spiel bereit haben, und das ist schon keine leichte Aufgabe."

Debakel in Charlotte

Davon kann Tiger Woods derzeit ein Lied singen. In der Vorwoche beim Turnier in Charlotte war der 34-Jährige nach einer desaströsen 79er-Runde zum sechsten Mal in seiner glanzvollen Karriere am Cut gescheitert.

Zwar ist er noch nie zweimal hintereinander bei einem Turnier nach zwei Runden ausgeschieden, doch der Trainingseindruck auf dem Stadium-Kurs in TPC Sawgrass lässt Böses erahnen. Allein fünfmal landete Woods' Ball auf seinen neun Trainingslöchern am Dienstag im Wasser.

Nicht viel passt also derzeit im Spiel des Tigers zusammen, der 1996 Profi wurde und insgesamt 598 Wochen die Nummer eins der Welt war. Zu offensichtlich leidet der wohl beste Golfer der Geschichte nach Sexskandalen und Ehekrise unter seinem aus den Fugen geratenen Privatleben 222588(DIASHOW: Die Rückkehr des Tigers).

Ständig unter Beobachtung

Der 14-malige Major-Gewinner Woods gesteht: "Es gab zwei Tiefpunkte in meinem Leben, der Tod meines Vaters und nun diese Sache."

Die Auswirkungen seien jedoch unterschiedlich: "Nach dem Tod meines Vaters hatte ich Schwierigkeiten, mich auf mein Training zu konzentrieren, an meinem Spiel zu arbeiten. Dieses Mal ist das Training für mich eher eine Gelegenheit, rauszugehen und es zu genießen."

Allerdings machen Woods die Begleitumstände im Training zu schaffen. "Normalerweise fliegt auf der Driving Range kein Hubschrauber über mir und filmt mich", sagte Woods, der Anfang April beim US Masters in Augusta mit Platz vier ein gelungenes Comeback gefeiert hatte.

Neuanfang für Kaymer

Einen Neuanfang ohne zwei Metallplatten und acht Schrauben im linken Fuß startet in Florida Martin Kaymer. Sein bis dato letztes Turnier hatte er in Augusta gespielt, wo er zum dritten Mal in Folge am Cut gescheitert war.

Für den Rheinländer aus Mettmann geht es nun darum, Qualifikationspunkte für das europäische Ryder-Cup-Team zu sammeln, das Anfang Oktober in Wales den Cup wieder von Titelverteidiger USA zurückerobern will.

"Das ist mein großes Saisonziel. Nachdem ich vor zwei Jahren als Ersatzmann dabei war, will ich dieses Mal unbedingt in die Mannschaft", sagte der 25-Jährige.

Kaymers Chancen, als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer für Europa zu spielen, stehen ausgezeichnet. In beiden maßgeblichen Ranglisten belegt er den fünften Platz. Eine Topplatzierung in Sawgrass würde den fünfmaligen Tour-Sieger ein großes Stück weiterbringen.

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