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Im Juni 2008 war Tiger Woods (l.) die 500. Woche die Nummer der Weltrangliste © getty

Formkrise, Verletzungspech und jetzt geht auch noch sein Coach: Woods' Versuch, seine Affären vergessen zu machen, scheitert.

Von Martin Hoffmann

Philadelphia - Das erste Verletzungs-Aus bei einem Turnier seit 15 Jahren, eine anhaltende Formkrise, andauernde Schlagzeilen über sein Privatleben und ein scheidender Coach: Es kommt derzeit einiges zusammen für Tiger Woods.

Der Golf-Superstar Tiger Woods hat nach seinem vorzeitigen Ausstieg bei der Players Championship in Ponte Vedra Beach seine weitere Turnierplanung erst einmal auf Eis gelegt.

Nachdem der Weltranglisten-Erste am Sonntag in Florida wegen Nackenschmerzen aufgeben musste, erklärte Woods, seine weiteren Turnierteilnahmen seien "in der Schwebe", er wolle aber "alles dafür tun", um wieder fit zu werden.

"Null Verbindung"

Die Schwere seiner Nackenprobleme soll noch in einer Computertomographie untersucht werden.

Woods wehrte sich umgehend gegen Spekulationen, seine Nackenprobleme stünden im Zusammenhang mit seinem Autounfall im vergangenen November - der seinerzeit die Lawine privater Schlagzeilen ausgelöst hatte. 222588(DIASHOW: Die Rückkehr des Tigers)

"Null Verbindung, absolut null", sagte er auf Nachfrage.

Woods war vor vier Wochen nach fünfmonatiger Pause wegen Sexskandalen und Eheproblemen beim US-Masters in Augusta auf das Green zurückgekehrt.

Er schaffte dort einen ordentlichen vierten Platz, in den weiteren Turnieren allerdings zeigte sich deutlich, dass Woods in der Schaffenskrise ist.

Trainer Haney geht

In Charlotte scheiterte er am Cut, beim Turnier im Sonnenscheinstaat lag er nach der dritten Runde auch nur auf Platz 45. (Das Golf-Journal: Donnerstags, 22 Uhr auf SPORT1)

Der nächste Schlag für Woods folgte nach der Konkurrenz: Hank Haney, sein Schwung-Trainer beendete nach sechs Jahren die Zusammenarbeit mit seinem prominenten Schützling.

"Ich glaube, dass es zur Zeit im besten Interesse beider ist, dass ich als Tigers Trainer zur Seite trete", erklärte er: "Es sei Zeit, neue Wege in anderen Bereichen zu gehen."

Interpretationen in beide Richtungen

Obwohl er dem PR-Statement herzliche Abschiedsgrüße an Woods hinzufügte ("Ich habe womöglich mehr von ihm gelernt als er von mir") wird der Abgang prompt in alle möglichen Richtungen interpretiert.

Die einen vermuten eine verkappte Entlassung Haneys wegen Woods' schwachen Auftritten, andere, dass Haney dem gebeutelten Woods von der Fahne geht.

Welche Version auch immer stimmt: Der Abschied des Coachs fügt sich ein in das Bild, das Woods derzeit abgibt.

Ein schlüpfriger Versprecher

Die von ihm gehegte Hoffnung, dass eine triumphale Rückkehr auf den Platz seine medial breitgetretenen Sex-Eskapaden vergessen machen würde, hat sich nicht erfüllt.

Dazu passte auch ein Versprecher, den sich TV-Reporterin Win McMurry vom "Golf Channel" bei der Berichterstattung über Woods' Verletzung geleistet hat.

Als er erklären wollte, dass Woods an einem geschwollenen Halswirbel leiden würde ("bulging disk"), sprach er stattdessen von Woods' "bulging dick", also seinem geschwollenen? nun ja.

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