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Der Münchner Alex Cejka liegt in der Weltrangliste auf Platz 221 © getty

Alexander Cejka erwischt einen perfekten Start in die US Open, sein Landsmann hadert mit dem kurzen Spiel. Tiger Woods schimpft.

Pebble Beach - Golf-Superstar Tiger Woods schimpfte nach seinem schwachen US-Open-Auftakt wie ein Rohrspatz, dafür hatte Alex Cejka allen Grund zur Freude. (Das Golf-Journal: donnerstags, 22 Uhr auf SPORT1)

Der Münchner erwischte auf dem malerischen Par-71-Kurs von Pebble Beach an der kalifornischen Pazifikküste mit 70 Schlägen und Platz vier einen Traumstart ins zweite Major-Turnier des Jahres.

Nach seinem gelungenen ersten Arbeitstag resümierte der 39-Jährige: "Ich bin sehr zufrieden. Man muss sehr gut chippen und putten können, sonst hat man hier keine Chance. Die Grüns sind sehr hart und irre schnell."

Kaymer auf Platz 47

Das musste auch Deutschlands Topspieler Martin Kaymer schmerzlich erfahren. Der 25-Jährige kam wie Tiger Woods mit einer 74 ins Klubhaus und rangierte damit auf dem 47. Platz. Fünf Schläge Rückstand hatten beide damit auf das Spitzentrio mit 2003-Champion Shaun Micheel (USA), Paul Casey (England) und Brendon de Jonge (Simbabwe).

"Ich habe sehr gute Schläge gemacht, sehr konstantes Golf gespielt. Die letzten paar Löcher kam es ein bisschen aufs Glück an, das ich bei meiner Putterei nicht so hatte. Aber sonst bin ich mit meinem Spiel zufrieden. Mit meinem Score natürlich nicht", sagte Kaymer, der nach seiner Fuß-Operation, bei der ihm zwei Metallplatten und acht Schrauben entfernt worden waren, noch nicht wieder in Bestform ist.

Kaymer haderte besonders mit seinem Doppel-Bogey an Loch 14, der ihn entscheidend zurückwarf: "Das war unnötig. Das hätte ich vermeiden müssen, das waren zwei schlechte Schläge hintereinander. Drei über Par sind nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Aber ich denke, dass ich immer noch ganz gut im Rennen liege."

Woods: Grüns schrecklich

Die Daumen drückt Kaymer aber auch seinem Landsmann Cejka: "Das ist für ihn ein super Auftakt. Ich freue mich für Alex, er hat in den letzten Jahren wirklich sehr gutes Golf gespielt, aber das Ding nie richtig durchziehen können. Es wäre schön, wenn er eine richtig gute Platzierung erzielen könnte."

Die hat Tiger Woods zwar auch noch in Sichtweite, doch der Weltranglisten-Erste echauffierte sich nach seiner Runde über die Grüns. "Die Bälle hüpfen, die Grüns sind einfach schrecklich", wetterte Woods, der 2000 bei der letzten Austragung in Pebble Beach mit dem immer noch gültigen Major-Rekordvorsprung von 15 Schlägen triumphiert hatte.

Der Kalifornier zog sich mit diesen Äußerungen den Unmut der Organisatoren zu, die sachlich und emotionslos ihre Sicht der Dinge darlegten. "Wir könnten mit den Grüns nicht zufriedener sein", sagte Tom O'Toole, Vorsitzender des US-Open-Komitees.

Nur sieben Profis unter Standard

Allerdings hatte das Gros des 156-köpfigen Spielerfeldes bei kühler Witterung seine lieben Probleme mit dem schweren Kurs, der zudem erneut verlängert worden ist. Nur sieben Profis blieben unter Platzstandard. Das Durchschnittsergebnis aller Teilnehmer lag am Donnerstag bei 75,25 Schlägen.

Auch Phil Mickelsons Hoffnungen, Tiger Woods nach 262-wöchiger Regentschaft vom Golf-Thron zu stürzen, schwanden zusehends. Mit 75 Schlägen ging der US-Masterssieger vom 18. Grün und sagte: "Ich habe schrecklich geputtet. Es ist frustrierend, wenn du alle diese Möglichkeiten auslässt."

Tiefe Zufriedenheit empfand dafür Paul Casey, der als Spitzenreiter eine starke englische Armada anführte. "Ich bin mit geringen Erwartungen auf die Runde gegangen, aber ich habe einen wundervollen Job gemacht", sagte der Weltranglisten-Neunte, der als erster Engländer seit Tony Jacklin 1970 die US Open gewinnen will. Auch Ian Poulter als Vierter und Luke Donald als Zehnter mit 71 Schlägen liegen aussichtsreich im Rennen.

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