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Graeme McDowell erlernte das Golf spielen von seinem Vater © getty

Als erster Europäer seit 1970 gewinnt der Nordire Graeme McDowell die US Open. Jubel herrscht auch im deutschen Lager.

Pebble Beach - Der Nordire Graeme McDowell hat die Golfelite um Tiger Woods düpiert und als erster Europäer seit Tony Jacklin 1970 die US Open gewonnen.

Der 30-Jährige siegte bei der 110. Austragung im kalifornischen Pebble Beach in einem spannenden Finale mit nur einem Schlag Vorsprung vor Überraschungsmann Gregory Havret aus Frankreich und blieb dabei auf dem superschweren Par-71-Kurs an der pazifischen Küste mit 284 Schlägen als einziger Spieler auf Platzstandard.

Das deutsche Duo Martin Kaymer und Alex Cejka glänzte mit jeweils 289 Schlägen gemeinsam auf Rang acht (Das Golf-Journal: donnerstags, 22 Uhr auf SPORT1).

McDowell kann es nicht fassen

"Davon habe ich mein Leben lang geträumt. Gemeinsam mit Jack Nicklaus, Tom Watson, Tom Kite und Tiger Woods auf der Siegerliste von Pebble Beach zu stehen - wow. Ich bin nicht sicher, ob ich da hingehöre, aber da stehe ich nun mal, und das ist wunderbar", sagte Ryder-Cup-Spieler McDowell.

Er durfte sich über einen Siegerscheck in Höhe von 1,35 Millionen Dollar freuen.

Während Tiger Woods mit 287 Schlägen als gemeinsamer Vierter mit seinem US-Rivalen Phil Mickelson zumindest die Nummer eins der Welt bleibt, war der Jubel im deutschen Lager groß.

Beste Major-Platzierung für Cejka

Kaymer und Cejka sicherten sich mit ihren Platzierungen bereits die Startplätze für das US Masters und die US Open 2011. Für den 39 Jahre alten Cejka, der nach einer der besten Leistungen seiner Karriere an allen vier Tagen in den Top 10 rangierte, war es zudem die beste Platzierung überhaupt bei einem der vier Majors.

Der gebürtige Tscheche kassierte als Lohn ebenso wie Kaymer 177.534 Dollar und machte in der Geldrangliste der US-Tour mit 622.153 Dollar einen Sprung von Platz 111 auf 85. Damit ist er seinem Ziel US-Tour-Karte 2011 ein großes Stück nähergekommen.

Kaymer sammelt wichtige Punkte

Das gilt für Martin Kaymer mit Blick auf seine ersehnte erste Teilnahme am Ryder Cup Anfang Oktober im walisischen Newport. Der 25-Jährige sammelte wichtige Punkte für die beiden maßgeblichen Ranglisten.

Kaymer, der sich in der Weltrangliste um einen Platz auf Rang elf verbesserte, startete mit Birdies an der 3, 4 und 5 glänzend in die Finalrunde. Er konnte allerdings das Niveau nicht halten und musste nach fünf Bogeys und einem weiteren Birdie wie am Samstag eine 72 unterschreiben.

Kaymer wird wie Cejka und das deutsche Idol Bernhard Langer ab Donnerstag bei den BWM International Open in München antreten.

McDowells genießen den Sieg

Graeme McDowell ist in der bayerischen Metropole nicht dabei, er will den ersten Major-Triumph eines Briten seit dem Schotten Paul Lawrie 1999 bei der British Open genüsslich auskosten.

Und das an der Seite seines Vaters Kenny, der seinen Sohn schon zu dessen Juniorenzeiten als Trainer stets begleitete und auch am Sonntag den großen Moment auf dem 18. Grün mit ihm teilte. "Das ist unglaublich", sagte Kenny McDowell: "Ich brauche jetzt erstmal ein Bier. Vielleicht komme ich dann wieder zur Ruhe."

Havret verpasst Stechen

In der Schlussphase spitzte sich die Spannung zu. Gregory Havret hatte das mögliche Stechen vor Augen, als ihm am schweren Loch 17 ein Bogey unterlief. Das gleiche Schicksal ereilte im letzten Flight auch Graeme McDowell, doch er brachte seinen Vorsprung von einem Schlag mit einem Par an der 18 ins Ziel.

"Auf der einen Seite bin ich sehr glücklich, andererseits ist es aber auch meine größte Enttäuschung", sagte Havret.

Woods behauptet Rang eins

Derweil leckte der Tiger seine Wunden. "Ich habe drei mentale Fehler gemacht", sagte Woods, der seinen 15. Major-Erfolg mit einer 75 am Schlusstag verspielte. Dabei hatte er am Samstag mit einer 66 zur Aufholjagd geblasen und alte Klasse gezeigt.

Zumindest konnte der Kalifornier Platz eins in der Weltrangliste vor Mickelson behaupten, der das Turnier mit einer 73 abschloss. Woods führt das Ranking bereits 263 Wochen in Folge an.

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