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Marcel Siem spielt seit September 2000 professionell Golf © getty

Marcel Siem geht an Tag eins der British Open zwischenzeitlich sogar in Führung. Auch Martin Kaymer lässt aufhorchen.

St. Andrews - Als Marcel Siem seine Traumrunde zum Auftakt der 139. British Open in St. Andrews mit einem Birdie beendet hatte, konnte der 30. Geburtstag so richtig beginnen.

Um 4 Uhr morgens war er aufgestanden, um 6.41 Uhr musste der Ratinger an den ersten Abschlag, undankbar früh für den Jubilar.

Doch Siem war auf Anhieb hellwach und spielte auf seiner ersten Runde überhaupt bei einem der vier Major-Turniere des Golfsports wie Superstar Tiger Woods eine hervorragende 67 (Das Golf-Journal im TV auf SPORT1).

"Es hat echt Spaß gemacht. Das werde ich wahrscheinlich erst nachher richtig realisieren. Es ist grandios", sagte Siem nach seine Galavorstellung.

Bewerbung für den Ryder Cup

Siem ließ zum Start des ältesten Golfturniers der Welt auch Deutschlands besten Golfer Martin Kaymer hinter sich. Dem 25-Jährigen aus Mettmann gelang mit einer 69er-Runde und Platz 30 aber ebenfalls ein Auftakt nach Maß.

"Ich habe sehr gut gespielt und keinen Bogey gemacht, was natürlich toll ist. An der 17 habe ich ein wichtiges Par gerettet", sagte der Weltranglisten-13., der auf dem legendären Old Course auch um eine Teilnahme am Ryder Cup Anfang Oktober in Newport/Wales kämpft.

Zwischendurch in Führung

Zwischenzeitlich durfte Marcel Siem auf dem Par-72-Küstenkurs sogar die dünne Luft an der Spitze schnuppern. Nach vier frühen Birdies lag der Rheinländer auf dem Leaderboard plötzlich ganz oben.

Dort stand als bis dato letzter Deutscher Alex Cejka. 2001 führte der Münchner auf der dritten Runde vor dem deutschen Idol Bernhard Langer.

McIlroy stellt Major-Rekord ein

Die Freude von Siem währte aber nur kurz, denn wenig später schlug die große Stunde von Nordirlands Jungstar Rory McIlroy. Dem 21-Jährigen gelang an der 9, einem Par-4-Loch, ein Eagle, anschließend spielte er sich in einen Rausch.

McIlroy legte Birdies an der 10, 11, 12, 14, 15 und 18 nach und kam mit einer 63 ins Klubhaus. Damit stellte er den "ewigen" Rekord bei einem Majorturnier ein und übernahm mit zwei Schlägen Vorsprung auf den Südafrikaner Louis Oosthuizen die Führung.

Rabenschwarzer Tag für Mickelson

Auch der zuletzt kriselnde US-Superstar Tiger Woods, der die letzten beiden Austragungen in St. Andrews an der schottischen Ostküste 2000 und 2005 gewonnen hatte, kam gut aus den Startlöchern.

Der Weltranglistenerste verspielte dabei am berühmten 17. Loch eine noch bessere Platzierung, als er sich nach zuvor sechs Birdies seinen einzigen Bogey leistete.

Einen rabenschwarzen Tag erwischte dagegen Landsmann Phil Mickelson, dessen Angriff auf die Weltranglistenspitze nach einer 73 wohl schon beendet ist.

Siem kennt den Platz

Für Marcel Siem war die Vorstellung am ersten Tag keine so große Überraschung. "Es sah ja schon die letzten Wochen gut aus, ich hab's halt nur nie ganz zu Ende bringen können, aber die konstanten Leistungen kommen jetzt langsam. Nun hoffe ich natürlich, dass es weiter bergauf geht und ich die gute Form weiter stabilisieren kann", sagte Siem, der den Platz gut kennt.

"Ich habe hier seit 2002 ja immer wieder bei der Dunhill Links Championship gespielt."

Vaterfreuden im Winter

Viel Zeit zum Feiern nahm sich Marcel Siem am Donnerstag nicht, Alkohol stand auf der Verbotsliste.

"Meine Eltern sind ja hier und meine Freundin, und für abends haben wir einen Tisch beim Thailänder reserviert. Aber das war's dann auch - das Turnier ist viel zu wichtig, um zu feiern. Es ist ja eh schon schlimm genug, nun eine Drei vorne zu haben", sagte Siem, der um den Jahreswechsel herum erstmals Vater wird.

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